Polizeianweisungen ignoriert Greta Thunberg zu 2500 Kronen Geldstrafe verurteilt
Greta Thunberg vor der Gerichtsanhörung in Malmö: 216 Euro Strafe
Foto:Pavel Golovkin / dpa
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg muss eine Geldstrafe in Höhe von 2500 Schwedischen Kronen (umgerechnet etwa 216 Euro) zahlen, weil sie bei einem Protest in ihrem Heimatland die Anweisungen der Polizei nicht befolgte. Wie die schwedische Nachrichtenagentur TT aus dem Gerichtssaal in Malmö meldete, wurde sie wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu 30 Tagessätzen von je 50 Schwedischen Kronen (umgerechnet insgesamt rund 130 Euro) verurteilt. Zudem muss sie tausend Kronen (rund 86 Euro) an einen Fonds zur Unterstützung von Gewaltopfern zahlen.
Thunberg sah Blockade nicht als Straftat
Die Stockholmerin Thunberg hatte sich im Juni an einem mehrtägigen Klimaprotest im Ölhafen von Malmö beteiligt, bei dem unter anderem Tankwagen mit Öl am Verlassen des Hafens gehindert worden waren. Sie hatte in den sozialen Netzwerken selbst von dem Protest berichtet. Unter anderem veröffentlichte sie ein Bild von sich vor einem Lastwagen, auf dem sie ein Schild mit der Aufschrift »Jag blockerar tankbilar« (»Ich blockiere Tankwagen«) in den Händen hielt. Neben Thunberg wurden auch vier weitere Aktivisten angeklagt, die sich ebenfalls geweigert hatten, die Straße zu räumen, obwohl sie mehrfach von Polizisten dazu aufgefordert wurden.
Bei der Anhörung vor dem Bezirksgericht Malmö am Montag gab die 20-Jährige zu, an dem Protest teilgenommen und die Anweisungen der Polizei ignoriert zu haben. Sie bestritt jedoch, dass es sich um eine Straftat handelte. Die Klimakrise stelle einen Notfall dar, auf den sie reagiert habe, sagte sie der Nachrichtenagentur zufolge. Das Gericht sah das anders. Vor dem Gerichtsgebäude hatten sich dem Bericht zufolge eine Reihe von Unterstützer Thunbergs versammelt.
Thunberg gilt als die Gründerin der Bewegung Fridays for Future. Im August 2018 begann sie, für mehrere Wochen vor dem Stockholmer Parlamentsgebäude zu streiken, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, Thunberg habe 2015 mit den Streiks begonnen. Tatsächlich streikte sie das erste Mal im August 2018. Wir haben den Fehler korrigiert.