Abgebrannte Unterkunft für ukrainische Geflüchtete Polizei geht von politischem Hintergrund aus

Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Haus, in dem Ukrainer untergebracht waren, ermittelt der Staatsschutz. Zuvor hatte es dort Hakenkreuzschmierereien gegeben. Die Bundesinnenministerin kündigte ihren Besuch an.
Feuer in Groß Strömkendorf: Geflüchtete unverletzt in Sicherheit gebracht

Feuer in Groß Strömkendorf: Geflüchtete unverletzt in Sicherheit gebracht

Foto: Nicole Buchmann / dpa

Nach dem Brand einer Unterkunft für ukrainische Geflüchtete in Groß Strömkendorf in Mecklenburg-Vorpommern vermutet die Polizei einen politischen Hintergrund. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, teilte das Polizeipräsidium Rostock mit . Unterstützt werde die Ermittlungsgruppe von Kräften des Kriminalkommissariats Wismar.

Das ehemalige Hotel brannte am späten Mittwochabend nieder. Zu dem Zeitpunkt befanden sich den Angaben zufolge 14 Geflüchtete überwiegend ukrainischer Herkunft, darunter auch zwei Kinder, zwei Jugendliche und eine Seniorin in dem reetgedeckten Gebäude, außerdem waren drei Mitarbeiter anwesend. Verletzt wurde niemand. Ein Brandursachenermittler wurde eingeschaltet.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) zeigte sich »zutiefst erschüttert« über den Brand. Sie kündigte an, den Ort des Geschehens noch am Donnerstagnachmittag zu besuchen. Sollte sich der Verdacht der Brandstiftung bestätigen, werde »mit aller Härte des Rechtsstaats« gegen die Täter vorgegangen, sagte sie in Berlin.

Es müsse schlimm sein für aus der Ukraine vor dem russischen Angriffskrieg geflüchtete Menschen, wenn sie nun »in Deutschland an Leib und Leben« bedroht würden, sagte Faeser. »Deswegen geht es jetzt auch darum, die Umstände möglichst schnell aufzuklären.«

Schwesig: »Hetze und Gewalt dulden wir nicht«

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) wies bei einem Besuch am Brandort am Donnerstagvormittag darauf hin, dass kürzlich Hakenkreuzschmierereien an dem Gebäude entdeckt worden seien. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) schrieb auf Twitter: »Menschen, die vor Krieg flüchten, brauchen unseren Schutz und unsere Unterstützung. Hetze und Gewalt dulden wir nicht!«

Auch der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Rostock, Michael Peters, zeigte sich bestürzt. »Jeder Angriff auf Flüchtlinge oder deren Unterkünfte ist auch eine Attacke auf unsere Grundwerte. Ein solcher Angriff ist erschütternd und nicht hinnehmbar gleichermaßen«, sagte er. Die Ermittlungen zu dem Feuer hätten oberste Priorität.

bbr/dpa
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