Großbritannien Polizei nimmt elf mutmaßliche Neonazis fest

Anti-Terror-Einheiten haben in Großbritannien elf Männer wegen Mitgliedschaft einer verbotenen Neonazi-Gruppe festgenommen. Sie werden verdächtigt, eine terroristische Straftat vorbereitet zu haben.


Im Jahr 2015 wurde die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox im nordenglischen Birstall ermordet. Cox war Brexit-Gegnerin und setzte sich für Flüchtlinge ein. Der Täter, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, soll in seiner Wohnung Nazi-Andenken gehortet haben. Unterstützung bekam er von der Neonazi-Gruppe "National Action": Sie hieß den Mord gut und forderte Straffreiheit für den Täter.

Jetzt haben Anti-Terror-Einheiten in Großbritannien elf Mitglieder der verbotenen Gruppierung festgenommen. Sie werden unter anderem verdächtigt, eine terroristische Straftat vorbereitet zu haben. Die Verdächtigen sind zwischen 22 und 35 Jahre alt und wurden an verschiedenen Orten in England und Wales festgenommen.

"Alle, die rechtsextremes Gedankengut verbreiten, streben danach, unsere Gemeinden zu spalten und Hass zu verbreiten", sagte der Leiter der Anti-Terror-Polizei im Nordosten Englands, Martin Snowden. "Dies wird nicht toleriert werden und jeder, der so etwas tut, wird strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden."

Bereits Anfang September hatte es mehrere Festnahmen im Zusammenhang mit der Neonazi-Gruppe gegeben. Drei Männer müssen sich inzwischen vor Gericht verantworten, zwei von ihnen sollen Medienberichten zufolge britische Soldaten sein. Ihnen wird neben Mitgliedschaft in der Gruppe "National Action" vorgeworfen, im Besitz von Anleitungen für die Vorbereitung oder Ausführung von Terroranschlägen gewesen zu sein.

Die 2013 gegründete Gruppe war nach wiederholten rassistischen, homophoben und antisemitischen Äußerungen im vergangenen Jahr verboten worden. Auf Demonstrationen waren die Neonazis sehr aggressiv aufgetreten.

ala/dpa/Reuters



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