Großrazzia Polizei sprengt Dopinghändler-Ring

Sicherheitsbehörden in Deutschland und Polen haben ein Netzwerk des illegalen Handels mit Anabolika zerschlagen. Bei der Großrazzia in der Bodybuilderszene wurden zehn Personen festgenommen.

Berlin - Insgesamt hätten 240 Beamte an 52 Orten in Berlin, Niedersachsen und in Polen vor allem Wohnungen, aber auch Fitness-Studios durchsucht, teilte die Polizei mit.

Seit drei Jahren habe die Polizei gegen den Dopinghändler-Ring ermittelt, gegen acht Personen sei ein Haftbefehl vollstreckt worden. Unter anderem sei ein mutmaßlicher Anführer des Händlerrings in Polen mit Hilfe deutscher Spezialeinsatzkräfte festgenommen worden. Bei zwei weiteren festgenommenen Personen stehe noch nicht fest, ob sie dem Haftrichter vorgeführt würden, hieß es.

Die Polizei beschlagnahmte bei dem Einsatz unter anderem eine scharfe Schusswaffe und 70.000 Euro Bargeld sowie fünf Autos. Unter den Autos sei in einer Tiefgarage auch ein Fünfer-BMW gewesen, der als Bunker für Wahre gedient habe. Der Gewinn der Bande habe im Verkauf von Muskelaufbaupräparaten gelegen, die zu einem Zehntel des Verkaufspreises aus Thailand eingeschmuggelt wurden. Auch Exporte in andere europäische Länder habe es gegeben. Die Beamten ermitteln unter anderem wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung und wegen Verstoßes gegen das Arzneimittel- sowie das Betäubungsmittelgesetz.

Nach Angaben eines Polizeisprechers in Berlin stand die Razzia nicht im Zusammenhang mit der spanischen Dopingaffäre, in die Jan Ullrich und andere prominente Radfahrer verwickelt sind. Auch ein Sprecher des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden sagte, ein Zusammenhang mit dem spanischen Fall sei nicht bekannt.

sön/ddp/dpa/AP

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