Tote Bergarbeiter in der Türkei Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Minenbesitzer

In der Türkei ermitteln die Behörden nach dem Minenunglück mit zwei Toten und 16 Vermissten gegen den Besitzer des Bergwerks. Der weist die Verantwortung von sich.
Rettungsarbeiten in Ermenek (Foto vom 1. November): Betreiber der Mine im Fokus der Ermittler

Rettungsarbeiten in Ermenek (Foto vom 1. November): Betreiber der Mine im Fokus der Ermittler

Foto: STRINGER/ AFP

Istanbul - Nach dem tödlichen Grubenunglück in der südtürkischen Stadt Ermenek hat die Polizei mehrere Verdächtige festgenommen. Der Besitzer der Mine sei am Sonntag bei der Staatsanwaltschaft in Ermenek erschienen, nachdem schon am Vortag sieben Verdächtige festgenommen worden seien, meldete die Nachrichtenagentur Dogan. Der Mann weise eine Mitschuld an dem Unglück zurück. Insgesamt werde gegen acht Mitarbeiter der Firma ermittelt.

Vor zwölf Tagen waren Teile einer Mine in der Provinz Karaman überflutet und 18 Kumpel in mehr als 300 Meter Tiefe eingeschlossen worden. Zwei Leichen wurden nach Angaben der Behörden am Freitag aus der Mine geborgen. Nach den 16 verbliebenen Arbeitern wird weiter gesucht - eine Rettung ist jedoch unwahrscheinlich.

Der türkische Energieminister Taner Yildiz machte die Betreiber mitverantwortlich für das Unglück. Die Ermittlungen deuteten laut Yildiz darauf hin, dass die Arbeiten unter Tage zu nah an eine andere stillgelegte Mine herangekommen seien und es so zu der Überflutung gekommen sein könnte. Warnungen der Kumpel hätten die Verantwortlichen ignoriert. Die Betreiberfirma hatte in einer Stellungnahme jede Verantwortung von sich gewiesen.

Die Türkei wird immer wieder für mangelnde Arbeitssicherheit kritisiert. Nach Angaben des Senders CNN Türk starben seit Beginn des Jahres mindestens 354 Menschen in der Türkei bei Bergbau-Unfällen. Im Mai waren im westtürkischen Soma beim bislang schwersten Minenunglück in der Geschichte des Landes 301 Kumpel ums Leben gekommen. In der Mine wird wieder gearbeitet, die Ursache für das Unglück wird offiziell weiter untersucht.

ulz/dpa
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