Juwelendiebstahl in Dresden Siebter Tatverdächtiger muss in U-Haft

Jihad Remmo wurde am Rande des Prozesses um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden festgenommen. Nun sitzt er in Untersuchungshaft. Grund ist die Aussage eines Angeklagten.
Spurensicherung vor dem Grünen Gewölbe (25.11.2019): Siebter Verdächtiger in U-Haft

Spurensicherung vor dem Grünen Gewölbe (25.11.2019): Siebter Verdächtiger in U-Haft

Foto: Sebastian Kahnert / picture alliance/dpa

Der am Dienstag festgenommene siebte Tatverdächtige im Fall des Juwelendiebstahls aus dem Grünen Gewölbe in Dresden befindet sich in Untersuchungshaft. Ein Richter erließ am Mittwochvormittag einen Haftbefehl, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Jihad Remmo war am Rande des Prozesses zu dem Diebstahl festgenommen worden – er saß als Zuschauer im Saal. Ermittler durchsuchten am Dienstag das Auto und die Wohnung des Mannes in Berlin-Kreuzberg.

Die Ermittler seien dem 22-Jährigen unter anderem wegen der Aussage eines Angeklagten auf die Schliche gekommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt.

Rabieh Remo hatte am 29. März 2022 seinen Verteidiger in seinem Namen eine Aussage verlesen lassen. Darin teilte Rabieh Remo mit, dass er wisse, wer die Tat maßgeblich geplant habe und wer beteiligt gewesen sei. »Zur Tatbeteiligung anderer Personen will und werde ich mich nicht äußern.« Nur über seine eigene Beteiligung wolle er reden, sagte er. Aber einen Namen nannte er doch: Jihad Remmo.

21 Schmuckstücke gestohlen

In dem Prozess sind sechs Männer zwischen 23 und 28 Jahren wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Dem jetzt Festgenommenen wird Beihilfe zu diesen Straftaten vorgeworfen.

Die Männer sollen bei dem Einbruch am 25. November 2019 aus der Schatzkammer 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro gestohlen und Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben. Ihnen wird auch vorgeworfen, einen Stromkasten in der Altstadt sowie in der Tiefgarage eines Wohnhauses ein Fluchtauto angezündet zu haben.

Anfang März hatte die Polizei die Fahndung nach einem weiteren Verdächtigen veröffentlicht: Damals hieß es, der Gesuchte sei am Vortag des Einbruchs längere Zeit und mehrfach im Juwelenzimmer gewesen. Sein Verhalten sei »auffallend« von dem eines durchschnittlichen Museumsbesuchers abgewichen. Womöglich habe der Mann die Räumlichkeiten ausgespäht und Informationen an die Diebe weitergereicht.

ptz/dpa