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05. Dezember 2012, 12:31 Uhr

Flucht aus Belize

Guatemala will McAfees Asylantrag prüfen

John McAfee hat sein Versteckspiel beendet: Der Software-Millionär will in Guatemala Asyl beantragen - und gab vor dem Obersten Gericht des Landes Interviews. Eine Festnahme muss er nach Informationen aus Regierungskreisen nicht fürchten. Das Land will seine Bitte um Asyl prüfen.

Guatemala-Stadt - Am helllichten Tag, ohne Verkleidung, ohne Finte: Nach drei Wochen auf der Flucht hat sich John McAfee nun in Guatemala-Stadt gezeigt - auf dem Platz vor dem Obersten Gericht des lateinamerikanischen Landes. Der US-Software-Pionier war vor der Polizei von Belize ins Nachbarland geflohen. Dort wolle er politisches Asyl beantragen, sagte der 67-Jährige nun. Das Außenministerium erklärte, man werde den Asylantrag prüfen, wenn er vorliege.

Offenbar kann sich McAfee in Guatemala frei bewegen. Aus Regierungskreisen verlautete, es gebe keinen Grund, ihn festzunehmen, weil in dem Land keine Vorwürfe gegen ihn erhoben würden. Auch gibt es zwischen Guatemala und Belize kein Auslieferungsabkommen.

McAfee, der mit der gleichnamigen Anti-Viren-Software Millionen verdiente, lebte etwa vier Jahre lang in Belize und tauchte Mitte November unter. Die Polizei will ihn im Zusammenhang mit dem Mord an einem Nachbarn befragen, mit dem McAfee Streit hatte. Der Unternehmer, der nach eigener Darstellung nichts mit dem Verbrechen zu tun hat, floh gemeinsam mit seiner Freundin nach Guatemala. Deren Onkel, einst Generalstaatsanwalt und mittlerweile Anwalt, ist nun McAfees juristischer Beistand.

In seine einstige Heimat will der US-Amerikaner nach eigenen Angaben nicht zurückkehren. "Ich habe einen Pass. Ich habe keine Probleme mit den USA. Ich kann zurückkehren, wann immer ich möchte", sagte der 67-Jährige am späten Dienstagabend in einem Interview dem Sender CNN. Er habe aber nicht vor, in diesem oder im nächsten Monat dorthin zu gehen.

McAfees Flucht mutet immer mehr wie eine Schnitzeljagd an. Er lässt sich von Journalisten begleiten, hält die Öffentlichkeit mit seinem Blog whoismcafee.com auf dem Laufenden und zündete nach eigenen Angaben diverse Nebelkerzen, um aus Belize fliehen zu können. Er fürchte, dass ihn die dortigen Behörden umbringen würden, wenn er sich stellte, so der 67-Jährige. Die Regierung des Staates wies diese Äußerungen als paranoid und "bescheuert" zurück.

McAfee hatte in den vergangenen vier Jahren auf der Karibikinsel Ambergris Caye gelebt. Anwohner beschreiben den 67-Jährigen als exzentrisch, impulsiv und launisch - mit einer Vorliebe für Waffen und junge Frauen. Gegen McAfee gab es in Belize bereits mehrere Ermittlungsverfahren. Er wurde verdächtigt, illegale Waffen zu besitzen und auf seinem Anwesen Drogen herzustellen. Nach seiner eigenen Darstellung wird er verfolgt, weil er Politikern kein Geld spenden wollte.

siu/Reuters

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