Krawalle in indischem Ashram Polizei nimmt Guru fest

Seine Anhänger hatten gewaltsam versucht, eine Festnahme zu verhindern. Jetzt hat die indische Polizei den Guru Baba Rampal in Gewahrsam genommen. Zuvor waren in seinem Ashram mehrere Leichen entdeckt worden.

Porträt von Guru Baba Rampal am verwüsteten Eingang des Ashram: heftige Krawalle
AFP

Porträt von Guru Baba Rampal am verwüsteten Eingang des Ashram: heftige Krawalle


Neu-Delhi - Er wurde unter anderem wegen Verschwörung zum Mord gesucht. Jetzt ist der indische Guru Baba Rampal gefasst worden. Seine Anhänger wollten eine Festnahme mit aller Gewalt verhindern.

Die Polizei teilte mit, der Guru sei in einem Rettungswagen weggebracht worden. "Er ist bis morgen in Polizeigewahrsam. Am Freitag wird er dem Gericht vorgeführt", sagte der verantwortliche Polizeibeamte. Zuvor werde der Festgenommene noch medizinisch untersucht.

Polizisten hatten am Dienstag den Ashram in der Nähe der Stadt Hisar gestürmt. Hunderte Anhänger des 63-Jährigen attackierten die Beamten mit Steinen, Säurebeuteln und Molotowcocktails. Einige sollen Schusswaffen dabei gehabt haben. Die Ashram-Bewohner sollen außerdem Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht haben.

Insgesamt gab es bei den schweren Zusammenstößen 190 Verletzte, davon mehr als hundert Beamte. In der Anlage des Gurus wurden anschließend vier tote Frauen sowie die Leiche eines Kleinkindes entdeckt. Eine weitere Anhängerin des Gurus starb im Krankenhaus. Alle Leichen sollen obduziert werden, um die Todesursache zu klären.

Ein Gericht im nordindischen Chandigarh hatte die Festnahme Rampals angeordnet. Ihm werden ein Mordkomplott, Anstiftung zu Unruhen und Missachtung des Gerichts vorgeworfen. Im Jahr 2006 sollen Rampals Anhänger auf seine Weisung hin auf Dorfbewohner geschossen haben.

Gurus wie Rampal sind in Indien oft sehr populär. Rampal wurde nach eigenen Angaben als Kind von Bauern geboren. Jahrelang arbeitete er als Techniker im Amt für Bewässerung der Landesregierung von Haryana, ehe er sich zu einem spirituellen Anführer erklärte.

eth/AFP/dpa



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