Dokument zum Wiederaufnahmeverfahren Dieses Schreiben werteten Psychiater als Beleg für Mollaths Wahn


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Im September 2004 beschwerte sich Gustl Mollath beim Nürnberger Amtsgerichtspräsidenten und bei Richter E., der seine Zwangsbegutachtung verfügt hat, gegen diese Maßnahme. In der Begutachtung sollte es nur um die Frage gehen, ob er bei den mutmaßlichen Prügelattacken gegen seine Frau schuldfähig gewesen war.

Die Reifenstecher-Serie, bei der Mollath aus Sicht der Polizei als Täter galt, begann erst vier Monate später, am Silvestertag 2004. Erst damit kam die Frage auf, ob Mollath nicht nur wahnkrank, sondern auch allgemeingefährlich sei. Zum Beispiel für die Personen, die er in diesem Brief nennt.

Darin taucht zumindest ein späteres Opfer der Reifenstecher-Serie auf: der Immobilienhändlers S. Vor Gericht sagte S. - wie etliche andere Betroffene der Serie - er habe keine Vorstellung, warum Mollath diese Verbindung ziehe, er habe kein Schwarzgeld, kein Geld in der Schweiz und kenne Petra M., Mollaths Ex-Frau nicht.

Das gleiche gilt für die Psychiater Dr. W., Leiter der forensischen Psychiatrie in Erlangen und Dr. L., Leiter der forensischen Pychiatrie des Bezirkskrankenhauses Bayreuth. Mollath beschreibt in diesem Brief unter anderem deren angebliche Verstrickung in die Schwarzgeldverschieber-Kreise, zu der er auch seine Frau zählte. Aber auch Banken, Polizeibeamte, Rotarier - einfach alle steckten in Mollaths Vorstellung unter einer Decke.

In psychiatrischen Gutachten über ihn spielte zudem eine Rolle, dass Mollath einen "Mentalitätswandel" bei Bundeskanzler Gerhard Schröder als einen "persönlichen Erfolg für meine Bemühungen um das Wohl meines Geburts- und Lebens-Landes" wertet.

Die Veröffentlichung dieses Schreibens dient allein dem Zweck, Einblick in Gustl Mollaths damalige Denkweise zu geben. Von allen Vorwürfen, die in diesem Schreiben erhoben werden, distanziert sich die Redaktion ausdrücklich.

Unterstreichungen sind redaktionell vorgenommen.

bel

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