Wiederaufnahmeantrag im Fall Mollath "Das lässt Hoffnung aufkeimen"

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Gustl Mollath beantragt hat - nun äußert sich Mollath selbst dazu. "Das ist in jedem Fall ein ganz wichtiger Punkt, der Hoffnung aufkeimen lässt", so der Mann, der gegen seinen Willen in der Psychiatrie sitzt.
Psychiatrie-Insasse Mollath: Hoffnung auf ein "wirkliches Wiederaufnahmeverfahren"

Psychiatrie-Insasse Mollath: Hoffnung auf ein "wirkliches Wiederaufnahmeverfahren"

Foto: SWR/ Report Mainz

Bayreuth - Der gegen seinen Willen in der Psychiatrie untergebrachte Nürnberger Gustl Mollath hat mit Erleichterung auf den Wiederaufnahmeantrag der Staatsanwaltschaft Regensburg reagiert. "Das ist in jedem Fall ein ganz wichtiger Punkt, der Hoffnung aufkeimen lässt", sagte Mollath der Nachrichtenagentur dpa. Sein Ziel sei jetzt ein "wirkliches Wiederaufnahmeverfahren von A bis Z", das rechtsstaatlichen Grundsätzen genüge. "Und dann gehe ich davon aus, dass die Wahrheit zutage tritt und das würde in der Folge bedeuten, das ich als freier und unbescholtener Bürger aus dem Gerichtssaal gehen kann."

Die Staatsanwaltschaft stützt sich bei ihrem Antrag auf "neue Tatsachen", die dem Gericht bei der Verurteilung im Jahr 2006 noch nicht bekannt gewesen seien, heißt es in einer Mitteilung des Oberlandesgerichts Nürnberg . Diese neuen Fakten könnten die Richtigkeit der Urteilsgrundlagen in Frage stellen, hieß es.

Zu den Erfolgsaussichten des Wiederaufnahmeverfahrens sagte Mollath: "Gemessen an dem, was ich bisher erlebt habe von entscheidenden Stellen, muss ich mit allem rechnen." Er könne nur hoffen und wünschen. Dankbar sei er für alle, die ihn in den vergangenen Jahren unterstützt und es ermöglicht hätten, "dass die Öffentlichkeit erreicht wurde". Dazu gehörten auch "gute Journalisten, die versucht haben, die Wahrheit herauszufinden".

Der 56-jährige Mollath sieht sich als Justizopfer: Er musste sich 2006 wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Es ging um tätliche Angriffe auf seine inzwischen von ihm geschiedene Frau und das Zerstechen einiger Autoreifen. Mollath wurde zwar freigesprochen, weil er zur Tatzeit schuldunfähig war. Allerdings ordnete das Gericht die Unterbringung in einer Psychiatrie an, da es den Angeklagten als Gefahr für die Allgemeinheit einstufte.

In dem Verfahren wurde Mollath unter anderem eine paranoide Gedankenwelt vorgeworfen, weil er behauptete, dass seine Frau bei der HypoVereinsbank Schwarzgelder in Millionenhöhe verschoben habe. Erst vergangenes Jahr bekannt gewordene interne Prüfungen der HypoVereinsbank ergaben, dass ein Teil dieser Vorwürfe aber tatsächlich zutraf.

aar/dpa
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