Prozess in Regensburg Verteidiger von Mollath legen Mandat nieder

Die beiden Verteidiger von Gustl Mollath haben ihr Mandat niedergelegt. Dies erfolge auf Wunsch des Angeklagten, sagte Mollaths Anwalt Gerhard Strate.

Gustl Mollath: Vertrauen verloren
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Gustl Mollath: Vertrauen verloren


Regensburg - Mollath hat offenbar das Vertrauen in seine Verteidiger verloren. Auf seinen Wunsch hin legten seine Verteidiger ihr Mandat nieder, sagte Mollaths Anwalt Gerhard Strate. Mollath habe bis zu 30 Beweisanträge stellen wollen, die aber von den Anwälten nicht eingebracht wurden.

Der 57-Jährige muss sich wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung verantworten. Er soll 2001 seine Frau misshandelt und eingesperrt haben. Zudem soll er Dutzende Autoreifen zerstochen haben, um sich an Menschen zu rächen, die an der Scheidung von seiner Frau beteiligt waren oder sich irgendwie gegen ihn gewandt hatten (lesen Sie hier die Hintergründe des Verfahrens).

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte Mollath 2006 wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, aber in die Psychiatrie eingewiesen. Der Fall hatte eine Debatte über die Unterbringung in psychiatrischen Kliniken ausgelöst.

vks/dpa

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tolate 23.07.2014
1.
Abwarten, wie es weiter geht. Bei den bisher bekannt gewordenen Einzelheiten in der Geschichte der Verräumung des Gustl Mollath in die forensische Psychiatrie können einem schon mal die Nerven flattern. Die beruflich bedingt nüchterne Beurteilung des Verteidigers hinsichtlich der Zweckmäßigkeit einzelner beabsichtigter Beweisanträge kann da schon mal zu Irritationen führen.
sinasina 24.07.2014
2. Prozessbeobachter
Liest man die verschiedenen Berichte der verschiedenen Prozessbeobachter, könnte man als Außenstehender meinen, die Berichterstatter hätten an völlig unterschiedlichen Ereignissen teilgenommen. Interessant wäre, wenn eine Stenotypistin / ein Stenotypist diesen Prozess mitstenographiert hätte und dies öffentlich zugänglich wäre. Viele Prozessbeobachter scheinen hauptsächlich wiederzugeben, was ihrer eigenen Lebenswirklichkeit entspricht, ihre Thesen, ihre Wahrnehmung stützt. Wenn aber schon ausgebildete Journalisten nicht in der Lage sind, einigermaßen objektive Berichte zur Verfügung zu stellen, wie kann dann ein Richter Zeugenaussagen als nicht unerhebliche Basis seinen Urteilen zugrunde legen?
marcain 24.07.2014
3. Protokolle der Zeugenvernehmungen
Zitat von sinasinaLiest man die verschiedenen Berichte der verschiedenen Prozessbeobachter, könnte man als Außenstehender meinen, die Berichterstatter hätten an völlig unterschiedlichen Ereignissen teilgenommen. Interessant wäre, wenn eine Stenotypistin / ein Stenotypist diesen Prozess mitstenographiert hätte und dies öffentlich zugänglich wäre. Viele Prozessbeobachter scheinen hauptsächlich wiederzugeben, was ihrer eigenen Lebenswirklichkeit entspricht, ihre Thesen, ihre Wahrnehmung stützt. Wenn aber schon ausgebildete Journalisten nicht in der Lage sind, einigermaßen objektive Berichte zur Verfügung zu stellen, wie kann dann ein Richter Zeugenaussagen als nicht unerhebliche Basis seinen Urteilen zugrunde legen?
Was Sie betrifft ein Tipp: Sie können die Protokolle beim live-ticker der Mittelbayerischen Zeitung (Pascal Durain) nachlesen. Sie machen einen sehr präzisen, und- soweit ich das beurteilen kann- objektiven Eindruck. Auch RA Strate hat bisher immer wieder Protokolle ins Netz gesetzt. Besser wäre natürlich etwas Offizielles, das ist unbestritten. Erstaunlich ist ja, dass sich die meisten Zeugen, die gegen Mollath aussagen, sich an fast nichts mehr erinnern können. Da wäre es natürlich überaus wichtig, dass die Richter minutiöse Aufzeichnungen den früheren Prozess-Protokolle vorliegen hätten. Scheint im Moment nicht so zu sein. Aber vielleicht irre ich mich.
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