A45 bei Hagen Hochzeitsgäste blockieren Autobahn

Ein Autokorso mit Hochzeitsgästen hat den Verkehr auf der A45 massiv behindert. Als die Beamten einen der Fahrer zur Rede stellten, war der sich keiner Schuld bewusst.


Sie bremsten auf 30 Kilometern pro Stunde ab, begleitet von lautem Hupen und eingeschalteten Warnblinklichtern, erzählen Zeugen später: Hochzeitsgäste haben am Freitagabend die A45 in der Nähe von Hagen blockiert. "Um ein Überholen der Kolonne zu verhindern, wechselten die Autofahrer auf allen Fahrstreifen wild hin und her", berichtet die Polizei Dortmund. 40 unbeteiligte Autofahrer hätten sich hinter der Kolonne einreihen müssen, ehe die Polizei die Feiernden stoppen konnte.

Er sei lediglich Gast einer Hochzeit und verstehe nicht, warum die Polizei ihn angehalten habe, sagte einer der beteiligten Autofahrer, den die Polizei angehalten hatte. "Ein Blick in das Strafgesetzbuch könnte in diesem Fall weiterhelfen", heißt es im Polizeibericht. Die Beamten stellten seinen Führerschein sicher. Gegen ihn und weitere Autofahrer werde nun wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

"Toleranzgrenzen überschritten"

In den vergangenen Monaten hat die Polizei in NRW immer wieder Hochzeitsgesellschaften auf öffentlichen Straßen gestoppt.

  • Am Wochenende gab es allein in Köln zwei ähnliche Einsätze. Ein Hochzeitskonvoi hatte am Sonntag mitten auf der Kölner Zoobrücke - einer wichtigen Verkehrsader - angehalten, um für Fotos zu posieren. Die Beamten hielten zehn Autos der rollenden Gesellschaft an und stellten sechs Führerscheine sowie ein Mobiltelefon sicher. Es wurde eine Anzeige wegen Nötigung ausgestellt.
  • Bei einem weiteren Konvoi sollen Feiernde Bengalisches Feuer aus einem Auto abgebrannt haben, die Polizei stoppte fünf beteiligte Fahrzeuge und ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.
  • In Essen hielten Beamte Ende März einen Autokorso an - wegen erhöhter Geschwindigkeit und rücksichtsloser Fahrweise. Wenige Tage zuvor hatten Feiernde die A3 bei Ratingen mit Luxusautos blockiert, offenbar um auf der Fahrbahn Fotos zu machen.

Behörden sehen dadurch die Verkehrssicherheit zunehmend bedroht. "Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle", sagte NRW-Minister Herbert Reul. "Wenn Hochzeitsgesellschaften sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen, werden die Toleranzgrenzen unserer Gesellschaft klar überschritten."

koe/dpa



insgesamt 143 Beiträge
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dragon75 23.06.2019
1. Wo ist...
...der gesunde Menschenverstand geblieben? Es sollte jedem der Hirn genug besitzt eine Fahrerlaubnis zu erlangen klar sein, dass solch ein Verhalten auf der Autobahn unangemessen ist und eine Gefahr darstellt.
timslimm 23.06.2019
2. Ich hoffe sehr,
... dass die deutschen Behörden dem endlich einmal nachhaltig Einhalt gebieten können. Denn was diese Menschen hier machen, ist nichts anderes als eine Machdemonstration. Dies gefährdet aber unseren sozialen Frieden. Ich bin sehr und entschlossen für das Gewaltmonopol des Staates!
the great sparky 23.06.2019
3. grob vorsätzlich verkehrswidriges verhalten ...
... unter inkaufnahme, dass andere verkehrsteilnehmer zu schaden kommen. vorschlag für eine reaktion der ordnungsbehörde: führerscheine der beteiligten einziehen und die maßnahme mit der auflage versehen, dass der nun fußgänger frühestens in einem jahr erneut eine führerscheinprüfung ablegen darf. zudem beschlagnahme der eingesetzten fahrzeuge und anschließende verschrottung auf kosten der verursacher. vermutlich wird dieser "hochzeitsbrauch" dann schnell unattraktiv werden, wenn die fußgänger in spe in den nächsten jahren dem eigentlichen eigentümer der fahrzeuge den entstandenen schaden abstottern. vielleicht hilft dann der zwegat peter.
okrogl 23.06.2019
4. Kein neues Phänomen
Scheint eine neue Mode in bestimmten Kreisen zu sein. Liest man schließlich nicht zum ersten Mal, bei uns wurden Polizisten angegriffen, als sie einen solchen Korso auflösen wollten. Manche glauben halt, sie stünden über unseren Gesetze...
baggi66 23.06.2019
5. Das ist doch durch
die werden auch künftig machen was Sie wollen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn dann ein Brummifahrer mal durch diese Deppen brettert dann werden alle heulen. Der deutsche Gesetzgeber geht hier nicht hart genug dagegen an. Vor Ort alle für 24 Stunden festsetzen und alle Fahrzeuge beschlagnahmen. Aber dazu sind wir zu "sozial" eingestellt.
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