Prozess wegen Rechtsbeugung und Urkundenfälschung Richterin gesteht, Akten nicht bearbeitet zu haben

Eine nordrhein-westfälische Richterin hat vor Gericht ein Teilgeständnis abgelegt. Sie habe Akten im Keller gelagert, statt sie zu bearbeiten, so die Angeklagte. Ihr Handeln erklärte sie mit einer »Blockade«.
Landgericht Hagen (Archivbild): Richterin auf der Anklagebank

Landgericht Hagen (Archivbild): Richterin auf der Anklagebank

Foto: Bernd Thissen / dpa

In Hagen hat der Prozess gegen eine Richterin vom Amtsgericht Lüdenscheid mit einem Teilgeständnis begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Verhandlungsprotokolle gefälscht, Urteile rückdatiert und Akten zu Hause im Keller versteckt zu haben.

Die Juristin muss sich unter anderem wegen Rechtsbeugung und Urkundenfälschung vor dem Hagener Landgericht verantworten. Der Prozess soll noch bis Mitte November dauern.

Keine Gedanken über Konsequenzen

Die 37-Jährige gestand, ab 2018 mehrere Strafsachen oder familienrechtliche Angelegenheiten irgendwann einfach nicht mehr bearbeitet zu haben. Stattdessen habe sie die Akten mit nach Hause genommen und schließlich im Keller in einem Umzugskarton gelagert.

»Ich hatte eine totale Blockade, konnte an diesen Akten einfach nicht mehr arbeiten«, sagte die Richterin. Sie habe aber niemals jemandem schaden wollen und sich über die Konsequenzen ihres Handelns einfach keine Gedanken gemacht.

bbr/dpa
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