Stigmatisierung, Gewalt, Drohungen Führender LGBTQ-Aktivist in Haiti tot aufgefunden

In Haiti ist ein Verteidiger der Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender tot aufgefunden worden. Er war zuvor bedroht worden.

Charlot Jeudy (Mitte) im Gespräch mit LGBT-Aktivsten 2018 in Port-au-Prince, Haiti (Archivbild)
AP

Charlot Jeudy (Mitte) im Gespräch mit LGBT-Aktivsten 2018 in Port-au-Prince, Haiti (Archivbild)


Der Vorsitzende der haitianischen LGBTQ-Gruppe "Kouraj" ("Mut") ist tot. Die Leiche von Charlot Jeudy sei am Montag in seiner Wohnung in der Hauptstadt Port-au-Prince gefunden worden, sagte eine Wegbegleiterin der Nachrichtenagentur AP.

Die Todesumstände sind noch unklar, die Polizei äußerte sich bisher nicht zum Stand der Ermittlungen. Jeudy hatte in der Vergangenheit gegen Diskriminierung und Homophobie gekämpft. Aufgrund zahlreicher Gewaltandrohungen musste er 2016 ein geplantes Festival der afro-karibischen Community absagen.

Auf der Webseite der Gruppierung schrieb er: "Angesichts der ständigen und brutalen Stigmatisierung, Gewalt und Beleidigungen haben viele - wenn nicht alle - von uns die Hoffnung verloren, dass unsere Würde respektiert wird. Das ist es, wogegen ich kämpfen will."

Die LGBTQ-Gemeinde agiert in Haiti überwiegend im Untergrund - obwohl homosexuelle Beziehungen gesetzlich nicht verboten sind. Ein US-Bericht zur Menschenrechtssituation aus dem Jahr 2015 stellt fest, dass die Haltung der Menschen zu homosexuellem Verhalten weiter feindlich sei - vor allem in der Hauptstadt.

Der Widerstand gegen gleichgeschlechtliche Ehen und Verbindungen ist groß. Im Jahr 2017 wurde ein Gesetz eingebracht, wonach Homosexuellen, Pädophilen und Menschenhändlern ein sogenanntes "Zertifikat des guten Ansehens" verweigert werden kann. Ein solches Dokument muss bei Bewerbungen oder Einschreibungen an der Universität vorgelegt werden. Das Gesetz ist aber noch nicht in Kraft.

ala/AP



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