Halberstadt Sicherheitsfirma entlässt Personal nach mutmaßlichen Angriffen auf Flüchtlinge

Ein privater Sicherheitsdienst hat nach eigenerer Aussage alle Mitarbeiter entlassen, die an Übergriffen auf Flüchtlinge beteiligt gewesen sein sollen. Nicht nur die Tätlichkeiten selbst, auch "untätiges Herumstehen" sei geahndet worden.

Misshandlungen in der zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber in Halberstadt?
Jan Woitas/ DPA

Misshandlungen in der zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber in Halberstadt?


Nach mutmaßlichen Übergriffen von Wachleuten auf Asylsuchende in der Zentralen Anlaufstelle (Zast) für Geflüchtete in Halberstadt in Sachsen-Anhalt hat die zuständig Sicherheitsfirma "alle beteiligten Kollegen" entlassen. Das geht aus einem Schreiben des Unternehmens an das Portal "T-Online" hervor.

"Bei allem Verständnis für die schwere Arbeit unserer Kollegen: Es gibt rote Linien, die nicht überschritten werden dürfen", schreibt die Firma. Dabei gehe es nicht nur um die Übergriffe selbst, sondern auch um "das untätige Herumstehen angesichts solcher Ereignisse und das Nichtmelden an den Arbeitgeber".

Der Fall war vor knapp zwei Wochen bekannt geworden. Ein bei YouTube hochgeladenes Video zeigt, wie zwei Wachleute in Halberstadt auf zwei Flüchtlinge losgehen und sie zu Boden stoßen. Einer der Sicherheitsmitarbeiter tritt den einen am Boden liegenden Mann. Zwei weitere Wachleute stehen bei dem Vorfall dabei und greifen nicht ein. Auch in einem zweiten Video ist zu sehen, wie Wachleute einen Flüchtling angehen.

Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte damals: "Es gibt Dinge, die gehen überhaupt nicht. Punkt." Das Ministerium hat eigenen Angaben zufolge erst am 9. August von den Videos erfahren.

bbr/dpa



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