Halle an der Saale Mutmaßlicher Entführer einer Sechsjährigen wegen versuchten Mordes angeklagt

Er soll ein Mädchen aus der elterlichen Wohnung entführt, es missbraucht und dann in die eiskalte Saale geworfen haben: Ein 24-Jähriger ist in Halle angeklagt worden – er selbst schweigt zu den Vorwürfen.
Justizzentrum Halle

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Foto: Jan Woitas / picture alliance / dpa

Im Fall einer aus einem Fluss geretteten Sechsjährigen in Halle an der Saale hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 24-Jährigen erhoben. Ihm werde Menschenraub, sexueller Missbrauch eines Kindes und versuchter Mord vorgeworfen, sagte ein Sprecher.

Zuvor hatte die »Mitteldeutsche Zeitung«  über die Anklage berichtet. Der Beschuldigte soll am Morgen des 6. Dezember 2020 über ein Fenster in die Wohnung der Eltern des Mädchens eingedrungen sein. Er habe das Kind missbraucht, quer durch Halles Innenstadt getragen und in die Saale geworfen. Der Mann hat sich laut Staatsanwaltschaft bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Jogger konnten das Mädchen aus dem eiskalten Fluss retten. Es war nur mit einem Schlafanzug und Strümpfen bekleidet. Den Ermittlungen zufolge war die Sechsjährige gegen 7.30 Uhr noch in der Familienwohnung gesehen worden. Als ihr Verschwinden auffiel, wurde das Mädchen als vermisst gemeldet.

Die Polizei nahm den Mann an seinem Arbeitsplatz fest. Die Ermittler hatten mit einem Phantombild öffentlich nach ihm gefahndet. Daraufhin gingen Hinweise zur Identität des mutmaßlichen Täters bei der Polizei ein. Zudem gab es Aufzeichnungen von Überwachungskameras. Der Mann sitzt seit dem 12. Dezember 2020 in Untersuchungshaft.

bbr/dpa