Aussage vor Ermittlungsrichter Halle-Attentäter glaubt an jüdische Weltverschwörung

Der Attentäter von Halle hat vor dem Ermittlungsrichter seinen Glauben an antisemitische Verschwörungstheorien offenbart. Er bezeichnete sich als "unzufriedenen weißen Mann", der ganze Tage im Internet verbracht habe.

Spezialkräfte mit Halle-Attentäter
Ronald Wittek/ EPA-EFE/ REX

Spezialkräfte mit Halle-Attentäter


Der rechtsextreme Attentäter von Halle hat vor dem Ermittlungsrichter in Karlsruhe offenbart, wie massiv er antisemitischen Verschwörungstheorien anhing. Die Juden, so behauptete er bei seiner Haftvorführung, strebten die Weltherrschaft an. Sie steckten hinter der US-Notenbank und der Europäischen Union. Auch die Grünen und die Linken seien durchsetzt mit Juden. Die Flüchtlingskrise sei ebenfalls von Juden gesteuert, so der Attentäter, dazu zähle auch der US-Finanzinvestor George Soros. Dieser habe Migranten hergelockt, um Deutschland in einen multikulturellen Staat zu verwandeln.

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Solche Verschwörungstheorien sind in rechtsextremen Foren weitverbreitet. Der Attentäter von Halle verbrachte nach eigenen Angaben manchmal ganze Tage im Internet. Er hielt sich vor allem auf sogenannten Imageboards auf, über die Nutzer anonym Hass verbreiten können.

Gegenüber dem Ermittlungsrichter bezeichnete er sich als "unzufriedenen weißen Mann". Er sei immer ein Einzelgänger gewesen, echte Freunde oder eine Freundin habe er nie gehabt. Männer wie er bekämen auch deshalb keine Frauen ab, weil Ausländer sie ihnen wegschnappten, gab er vor dem Richter an. Sein Verteidiger beschrieb den Beschuldigten als "sozial isoliert".

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