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29. Januar 2019, 18:50 Uhr

Halle

Babyleiche in Eisfach verheimlicht - Mann muss 1000 Euro an Hospiz zahlen

Eine Frau in Sachsen-Anhalt versteckte zwei Babyleichen zu Hause in einem Tiefkühlfach. Ihr damaliger Partner verheimlichte den Fund zunächst - und musste sich dafür nun vor Gericht verantworten.

Der Ex-Lebensgefährte einer Frau, die zwei gemeinsame Babys getötet und in Sachsen-Anhalt in einer Tiefkühltruhe versteckt hat, muss 1000 Euro an ein Kinderhospiz zahlen. Der Mann hatte eines der Babys in der Truhe gefunden, dies aber erst nach Monaten der Polizei gemeldet.

Das Landgericht Halle hat den 55-Jährigen dafür am Dienstag verurteilt - sprach ihn aber vom Vorwurf der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung frei. Damit folgten die Richter den Vorschlägen und Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Totenruhe gestört

Der Angeklagte hatte gestanden, im April 2017 in der Wohnung seiner langjährigen Lebensgefährtin in Benndorf ein totes Baby in einer Tiefkühltruhe entdeckt zu haben. Erst im Januar 2018 ging der Mann zur Polizei. Er wurde deshalb wegen Störung der Totenruhe angeklagt.

Die Beamten hatten in der Wohnung der Frau dann sogar noch einen zweiten toten Säugling im Tiefkühler entdeckt. Der Angeklagte nahm das Urteil erleichtert auf. Seine Ex-Partnerin war 2018 vom Landgericht Halle wegen zweifachen Totschlags zu neuneinhalb Jahren Haft rechtskräftig verurteilt worden.

apr/dpa

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