Anschlag in Halle Zentralrat der Juden erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Nach dem Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Halle hat Josef Schuster den fehlenden Polizeischutz der Synagoge stark kritisiert. "Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt", sagte der Präsident des Zentralrats der Juden.

Josef Schuster nannte den fehlenden Polizeischutz "skandalös"
Karl-Josef Hildenbrand/DPA

Josef Schuster nannte den fehlenden Polizeischutz "skandalös"


Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland hat nach dem Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Halle an der Saale schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. "Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster in der Würzburger Synagoge. "Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt."

Die Brutalität des Angriffs übersteige alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock, sagte er. Die Tat am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur habe die jüdische Gemeinschaft auf das Tiefste in Sorge versetzt und verängstigt, sagte Schuster. Warum der Tag des Anschlags die jüdischen Gemeinden besonders hart trifft, lesen Sie hier.

Zwei Menschen in Halle getötet

"Zuallererst sind wir jedoch erschüttert, dass zwei Menschen von dem skrupellosen Täter umgebracht wurden", sagte er. "Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt ihren Angehörigen. Ebenso sorgen wir uns um die Verletzten und wünschen ihnen rasche und vollständige Genesung."

In Halle hatte am Mittag ein Mann mutmaßlich eine Passantin nahe dem jüdischen Friedhof sowie einen Gast in einem Döner-Imbiss erschossen. Der mutmaßliche Täter hatte zudem versucht, in eine Synagoge einzudringen. Zwei weitere Menschen wurden verletzt.

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte, dass es nach Einschätzung des Generalbundesanwalts ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund gebe. Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse müssen wir davon ausgehen, dass es sich zumindest um einen antisemitischen Angriff handelt", sagte Seehofer.

hba/dpa



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