Hamburg 29-Jähriger schubst Rentner vor U-Bahn

Gut ein Jahr nach dem spektakulären Fall des "S-Bahn-Schubsers" in Hamburg hat sich ein ähnlicher Vorfall ereignet: In einem Hamburger U-Bahnhof stieß ein 29-Jähriger einen Rentner vor die einfahrende Bahn. Der Senior konnte sich gerade noch rechtzeitig auf den Bahnsteig retten.

Hamburg - Zeugen konnten den Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Wie die Polizei mitteilte, ermittelt die Mordkommission des Landeskriminalamtes gegen den Mann wegen versuchten Totschlags.

Der Rentner und der jüngere Mann waren den Angaben zufolge gemeinsam in einem Abteil der U-Bahnlinie 2 unterwegs. Der Rentner fühlte sich von dem 29-Jährigen belästigt, da der Mann im Zug rauchte. Als der Raucher der Aufforderung nicht nachkam, die Zigarette auszumachen, gab der 61-Jährige dem Mann eine Ohrfeige und verließ das Zugabteil am Bahnhof Wandsbek-Gartenstadt.

Augenzeugenberichten zufolge sprang der Geschlagene plötzlich auf und lief dem Rentner hinterher. Er schubste den Älteren, der auf dem Bahnsteig stürzte und mit dem Oberkörper über die Bahnsteigkante rutschte, als gerade eine U-Bahn in den Bahnhof einfuhr. Die Zugführerin leitete sofort eine Notbremsung ein. Das Opfer konnte sich gerade noch rechtzeitig auf den Bahnsteig retten und zog sich nur leichte Verletzungen zu.

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Der erste Fall: Der S-Bahn-Schubser von Hamburg im Mai 2004

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In der Vergangenheit ist es in Hamburg immer wieder zu ähnlichen Zwischenfällen gekommen. So hatte zuletzt am 2. Mai 2004 ein 19-Jähriger im Bahnhof Reeperbahn eine 21-Jährige in Richtung einer anfahrenden S-Bahn gestoßen. Die Frau entging nach Darstellung von Zeugen nur knapp dem Tod. Er wurde wegen versuchten Totschlags zu einer Jugendstrafe verurteilt.

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