Hamburg Abschiebehäftling erhängt sich in Gefängnis

Es ist der zweite Selbstmord innerhalb von sechs Wochen: In einem Hamburger Gefängnis hat sich eine 34-jährige Indonesierin erhängt. Yeni P. sollte abgeschoben werden. Anfang März hatte sich bereits ein junger Häftling aus Georgien das Leben genommen.

Hamburg - Eine Mitarbeiterin der Hamburger Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand fand die Indonesierin am Freitag tot in ihrer Zelle, wie die Justizbehörde mitteilte. "Der Selbstmord von Yeni P. hat mich tief getroffen", sagte Justizsenator Till Steffen. "Wir tragen derzeit alle Informationen zu Yeni P. und ihrem Selbstmord zusammen und prüfen kritisch die Abläufe."

Schon Anfang März war es in einer Hamburger Gefängnis zu einem tragischen Selbstmord gekommen: David M., ein junger Georgier, erhängte sich nach einem Hungerstreik. Er sollte nach Polen abgeschoben werden.

Die Behörden waren zunächst davon ausgegangen, dass der Mann erst 17 Jahre alt war. Sein Tod löste heftige Debatten um die Ausländerpolitik in Hamburg aus. Verbände und Parteien kritisierten die Praktik des Hamburger Senats scharf, Jugendliche zu inhaftieren und abzuschieben. Der CDU-Politiker Christoph Ahlhaus kündigte eine Änderung der Abschiebehaftpraxis bei Minderjährigen an.

Später stellte sich heraus, dass der Georgier offensichtlich falsche Angaben zu seinem Geburtsdatum gemacht hatte und in Wahrheit schon 25 Jahre alt war.

ada/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.