Prozessbeginn in Hamburg Ehepaar wollte Ex-Partner durch Auftragskiller umbringen – fällt aber auf Betrüger rein

Wegen eines Sorgerechtsstreits wollte ein Hamburger Ehepaar offenbar den früheren Partner der Frau umbringen lassen. Den Mörder suchten sie im Darknet, fanden allerdings nur ein Fakeportal. Dann wurde das FBI auf sie aufmerksam.
Das angeklagte Ehepaar mit Anwälten zu Beginn des Prozesses im Sitzungssaal des Strafjustizgebäudes in Hamburg

Das angeklagte Ehepaar mit Anwälten zu Beginn des Prozesses im Sitzungssaal des Strafjustizgebäudes in Hamburg

Foto: Marcus Brandt / picture alliance / dpa

Eine Geschichte wie aus einem Krimi: Ein Hamburger Ehepaar hat im Internet nach einem Auftragsmörder gesucht, doch der Plan ging nicht auf. Nun stehen beide vor Gericht.

Vor dem Hamburger Landgericht hat am Donnerstag ein Prozess gegen ein Ehepaar wegen versuchter Anstiftung zum Mord begonnen. Laut Anklage sollen der 51-jährige Unternehmer und die 49-jährige Ärztin auf einer Website im Darknet einen entsprechenden Auftrag platziert und dem Betreiber dafür bereits Bitcoins im Gegenwert von etwa 14.000 Euro übermittelt haben.

Grund war wohl ein Sorgerechtsstreit

Demnach wollte das Paar den ehemaligen Lebensgefährten der Frau, mit dem diese eine gemeinsame Tochter hat, vor dem Hintergrund eines Streits um das Sorgerecht ermorden lassen. Bei dem Darknetforum handelte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft allerdings nur um ein Betrugsangebot unbekannt gebliebener Krimineller, welche die Vermittlung von Auftragsmorden lediglich vortäuschten. Die Betreiber der Seite behielten die über eine Treuhandgesellschaft eingezahlten Bitcoins demnach ein, ohne eine Gegenleistung zu erbringen.

Laut Anklage übermittelten die beiden Beschuldigten den Seitenbetreibern im Januar dieses Jahr zunächst gemeinsam mit ihrem Auftrag ein Foto und die Hamburger Adresse des Opfers. Als bis Mitte März keine Reaktion erfolgte, wandten sie sich ratsuchend in einem zu der Plattform gehörenden Forum an einen weiteren Nutzer, dem sie demnach ebenfalls Namen und Anschrift des früheren Lebensgefährten der Frau mitteilten. Dieser war jedoch ebenfalls Teil des Betrugs, sodass ein Mordauftrag auch weiterhin nicht ausgeführt wurde.

FBI gab Hinweise

Nach Angaben eines Gerichtssprechers kamen die Ermittlungen gegen das Paar durch einen Hinweis des FBI ins Rollen, welches das Bundeskriminalamt informierte.

Zum Prozessauftakt am Donnerstag verwies die Verteidigung der Angeklagten in einer Erklärung auf eine psychische Erkrankung ihrer Mandantin. Am nächsten Verhandlungstag soll sich die Beschuldigte in einer persönlichen Aussage näher äußern.

Dem Ehepaar wird wegen der Anbahnungsversuche auf der Darknetseite versuchte Anstiftung zum Mord in zwei Fällen zur Last gelegt. Für den Prozess gegen die beiden wurden zunächst Termine bis Februar 2023 angesetzt.

zob/afp
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