Prozess in Hamburg Ex-Polizist gesteht Bierdosenwurf während G20-Demo

Wollte Oliver D. Kollegen treffen? Am Rande einer G20-Demonstration warf der damalige Polizist eine Bierdose - das räumt er ein, bestreitet jedoch eine Verletzungsabsicht.
Oliver D.: Angeklagt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung

Oliver D.: Angeklagt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung

Foto: Christian Charisius/ dpa

Vor dem Amtsgericht Altona hat der Prozess gegen den ehemaligen Polizisten Oliver D. wegen eines Bierdosenwurfs am Rande einer G20-Demonstration begonnen. Der Mann habe durch seinen Verteidiger einräumen lassen, eine Dose von einer Brücke geworfen zu haben, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen dem SPIEGEL.

Der Angeklagte aus München, der zum Tatzeitpunkt privat in Hamburg unterwegs war, bestritt jedoch, dass er damit andere Polizisten habe gefährden wollen. "Ich wollte zu keinem Zeitpunkt einen Polizisten treffen oder verletzten", ließ der 38-Jährige laut "Hamburger Morgenpost"  durch seinen Anwalt mitteilen. Die Staatsanwaltschaft wirft Oliver D. und seiner mitangeklagten Freundin versuchte gefährliche Körperverletzung und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor.

Er habe den Polizeieinsatz bei der Anti-G20-Demo "Welcome to Hell" am 6. Juli 2017 als unverhältnismäßig und unbegründet wahrgenommen, erklärte der Angeklagte laut NDR . Die 31-jährige Mitangeklagte ließ demnach über ihre Anwältin mitteilen sie sei "schockiert und wütend" über den Polizeieinsatz gewesen. Sie habe jedoch ebenfalls niemanden verletzen wollen.

Der Prozess hätte eigentlich bereits am 22. Mai beginnen sollen, war jedoch Corona-bedingt vertagt worden. Er wird am 10. Juni fortgesetzt. Es werde vor allem um die Frage gehen, ob die beiden Angeklagten Polizisten verletzen wollten oder das zumindest billigend in Kauf genommen hätten, sagte Wantzen.

Der G20-Gipfel der wichtigen Industrie- und Schwellenländer am 7. und 8. Juli 2017 wurde von schweren Ausschreitungen mit Hunderten Verletzten überschattet. Die Demonstration "Welcome to Hell" vom 6. Juli war von Sprechern des linksautonomen Zentrums Rote Flora angemeldet worden.

bbr
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