Schüsse auf Rockerboss Wegen Justizpanne - lebenslange Freiheitsstrafe aufgehoben

Weil er aus Rache den Mord an einem Rockerboss in Hamburg in Auftrag gegeben haben soll, wurde ein 29-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch nun ist ein neuer Prozess nötig - wegen eines Rechenfehlers.

Polizisten stehen neben einem Auto auf dem Millerntorplatz (Archiv)
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Polizisten stehen neben einem Auto auf dem Millerntorplatz (Archiv)


Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil um die beinahe tödlichen Schüsse auf einen Rockerboss in Hamburg aufgehoben. Wegen eines Rechenfehlers müsse das Landgericht erneut über die Anklage wegen Anstiftung zum versuchten Mord verhandeln, heißt es in der Entscheidung.

Die zuständige Strafkammer am Landgericht hatte 19 Tage lang über den Fall verhandelt, die schriftliche Urteilsbegründung dann aber einen Tag zu spät auf der Geschäftsstelle des Gerichts vorgelegt. "Der Rechtsfehler nötigt zur Aufhebung des - sehr sorgfältig begründeten - Urteils", erklärten die Bundesrichter.

Der 29-jährige Angeklagte war am 3. Juni zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Strafkammer war davon überzeugt, dass er aus dem Gefängnis heraus aus Rache den Mord an dem Rockerboss in Auftrag gegeben hatte.

Vermutlich drei Angeklagte in neuem Prozess

Im Sommer 2018 war das Opfer kurz vor Mitternacht am Millerntorplatz im Stadtteil St. Pauli an einer Ampel in seinem Auto mit fünf Schüssen lebensgefährlich verletzt worden. Das Auto, aus dem heraus geschossen wurde, hatte die Freundin des Angeklagten gefahren. Ihre Verurteilung zu zwölfeinhalb Jahren Haft ist rechtskräftig.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft auch den in Bulgarien gefassten Schützen und den Vater des 29-Jährigen als Mittäter angeklagt. Der Vater soll die Tat mit geplant und die Waffe beschafft haben, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Verantwortlichen am Landgericht hoffen nun auf ein gemeinsames Verfahren für alle drei Angeklagten. Der 29-Jährige verbüßt wegen einer anderen Straftat noch bis 2021 eine Freiheitsstrafe.

wit/dpa



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