Künstliche Befruchtung Kinderwunschzentrum muss keinen Unterhalt zahlen

Ein Mann hatte ein Hamburger Kinderwunschzentrum auf Unterhalt verklagt, weil seine frühere Frau ohne sein Einverständnis künstlich befruchtet worden war. Das Landgericht Hamburg wies die Klage nun zurück.

Ein Hamburger Kinderwunschzentrum muss keinen Unterhalt für ein Mädchen zahlen, das aus einer künstlichen Befruchtung hervorgegangen ist. Das Landgericht Hamburg wies nun eine dementsprechende Klage eines Mannes zurück.

Dieser hatte dem Zentrum vorgeworfen, seine Unterschriften unter Einverständniserklärungen zur Befruchtung seiner Frau mit fremdem Samen nicht geprüft zu haben.

Der Mann gab an, seine damalige Frau habe die Unterschriften gefälscht. Das Gericht entschied jedoch, dass das Kinderwunschzentrum nicht fahrlässig gehandelt habe. Der Mann habe sein - bereits 2008 dokumentiertes - Einverständnis für eine künstliche Befruchtung mit Fremdsamen nie zurückgezogen. Darum habe das Zentrum nach rund zehn Behandlungen auch weiterhin davon ausgehen können, dass der Mann einverstanden sei.

Der Kläger hatte von der Klinik verlangt, die Unterhaltskosten für das mittlerweile fünfjährige Mädchen zu übernehmen. Der Mann hatte laut dem "Hamburger Abendblatt" angegeben, er habe seine damalige Frau nach dem anfänglichen Einverständnis und mehreren erfolglosen Anläufen darüber informiert, dass er gegen weitere Befruchtungsversuche sei. Vor Beginn der ersten Behandlung hatte er wie üblich notariell bestätigt, dass er die Vaterschaft anerkennen werde.

Wie das "Abendblatt" unter Berufung auf seinen Anwalt berichtet, habe der Mann später versäumt, diese Zustimmung zu widerrufen. Im Dezember 2010 kam dann das Mädchen zur Welt. Seitdem zahle der Mann 500 Euro Unterhalt im Monat. Ein Verfahren gegen die Frau wegen der gefälschten Unterschriften war eingestellt worden.

cnn/dpa
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