Drogen, Waffen, Gewalt Staatsanwalt fordert Freiheitsstrafe für Gzuz

Er steht wegen Drogenhandels und Körperverletzung in Hamburg vor Gericht - die Staatsanwaltschaft hat nun eine Gefängnisstrafe für Gzuz beantragt. Zu Beginn der Verhandlung entschuldigte sich der Rapper.
Gzuz im Gerichtsflur

Gzuz im Gerichtsflur

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Im Prozess gegen den Rapper Gzuz hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe in Höhe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung gefordert. Der Angeklagte, mit bürgerlichem Namen Kristoffer Jonas Klauß, habe sich in allen Anklagepunkten schuldig gemacht, sagte Staatsanwalt Daniel Austen.

Dem Frontmann der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande werden unter anderem Verstöße gegen das Waffengesetz, Drogenbesitz und Körperverletzung vorgeworfen. Der Prozess läuft seit Juni.

Die Liste der Vorwürfe ist lang: Gzuz soll an Silvester 2018 mehrfach eine Schreckschusspistole abgefeuert haben, obwohl ihm das Führen von Waffen aller Art untersagt ist. Die Polizei hatte ermittelt, nachdem der Rapper Videos ins Internet gestellt hatte. Bei einer Hausdurchsuchung im April 2018 sollen in seiner Hamburger Wohnung 17 Gramm Marihuana und 2,5 Gramm Crystal Meth gefunden worden sein.

Auch in seinem Haus in Halstenbek bei Hamburg fanden Beamte laut Anklage eine Schreckschusspistole und Munition. Im Februar soll der Gangster-Rapper versucht haben, eine Sauerstoffflasche aus einem unverschlossenen Rettungsfahrzeug zu stehlen.

Im März schließlich soll Gzuz auf der Hamburger Reeperbahn einer jungen Frau, die ein Selfie mit ihm machen wollte, mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Bei der Frau und den Rettungssanitätern hatte sich Gzuz vor Gericht entschuldigt, die 19-Jährige hatte daraufhin ihre Anzeige zurückgezogen.

Immer wieder straffällig

Staatsanwalt Austen sagte, er könne keine positive Sozialprognose stellen, da der Angeklagte unter Bewährung stehe und immer wieder straffällig werde. Gzuz ist bereits mehrfach verurteilt worden, unter anderem wegen Körperverletzung. 2017 war Gzuz verhaftet worden, kam dann aber unter Auflagen wieder frei.

Verteidiger Christopher Posch forderte in allen Anklagepunkten einen Freispruch. "Bei jedem anderen im Saal wäre ein solches Verfahren eingestellt worden", sagte Posch. Nicht jedoch bei seinem Mandanten, der als "Staatsfeind" und "böser Gangster-Rapper" gelte.

Zu Beginn der Verhandlung am Dienstag hatte sich Gzuz für sein aggressives Verhalten vor Gericht am 18. August entschuldigt. Damals hatte er sich mit Amtsrichter Johann Krieten einen regelrechten Schlagabtausch geliefert und war wegen ungebührlichen Verhaltens ausgeschlossen worden. Der Verteidiger erklärte, der Rapper habe sich sehr geärgert, weil seine Verlobte als Zeugin vor Gericht aussagen musste, aber das rechtfertige sein Verhalten nicht.

Am 29. September will Amtsrichter Krieten sein Urteil verkünden.

jpz/dpa