Fristen versäumt Sexualstraftäter in Hamburg muss freigelassen werden

Ein Hamburger Gericht hat die Freilassung eines Sicherungsverwahrten angeordnet - weil die Vollzugsbehörden Fristen nicht einhielten. Der 50-Jährige war wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden.


Das Hamburger Oberlandesgericht hat entschieden, dass ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Straftäter aus der Sicherungsverwahrung entlassen werden muss. Der Grund: Die Vollzugsbehörden hätten es versäumt, innerhalb einer vorgegebenen Frist eine externe einzeltherapeutische Behandlung für den 50-Jährigen zu organisieren, sagte ein Gerichtssprecher.

Darum müsse nun die Sicherungsverwahrung auf Bewährung ausgesetzt werden. Das Gericht verpflichtete den Mann aber, eine Fußfessel zu tragen. Zudem darf er keinen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufnehmen.

Der 50-Jährige war 2004 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und wegen weiterer Straftaten zu viereinhalb Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Die Anordnung des Oberlandesgerichts ist rechtskräftig.

Die Vollzugsanstalt sei bereits im März 2015 - nach jahrelangem Streit - dazu verpflichtet worden, dem Mann bis zum 24. April 2015 eine therapeutische Behandlung in den Praxisräumen eines externen Therapeuten zu ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. Dem seien die Vollzugsbehörden jedoch nicht nachgekommen.

wit/dpa

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