Hamburger Hafen Zoll entdeckt mehr als 700 Kilo Kokain in Schiffscontainer

Zollfahnder haben im Hamburger Hafen fast 720 Kilogramm Kokain sichergestellt - der größte Fund seit sieben Jahren. Bei den Schmugglern handelt es sich laut Ermittlern um eine "äußerst brutale" Bande.

Sichergestellte Drogen
DPA

Sichergestellte Drogen


Die Drogen waren in einem mit Metallschrott beladenen Seefrachtcontainer versteckt: Zollfahnder haben im Hamburger Hafen 717 Kilogramm Kokain entdeckt. Es sei der größte Fund in einem deutschen Seehafen seit sieben Jahren, teilte die Generalzolldirektion in Bonn mit. 2010 hatten Polizisten im Hamburger Hafen 1,2 Tonnen Kokain in einem Frachtcontainer abgefangen.

Im aktuellen Fall befanden sich die Drogen den Angaben zufolge gut getarnt in einem Frachtbehälter, der von der Karibikinsel Curaçao kam und für den Weitertransport in die Niederlande bestimmt war. Der Container war bereits am 18. Januar aufgrund einer Risikobewertung des Zolls geröntgt worden

Die Schmuggler hatten die Drogenpakete mit Bleiblechen ummantelt und in mit Blei ausgekleideten Säcken verstaut. Zudem tränkten sie die Blöcke mit Benzin. Das sollte laut Zoll offenbar die Röntgenanlage und die Nasen von Spürhunden täuschen. Tatsächlich schlugen jedoch sowohl Technik als auch Tiere an.

Das Kokain habe einen sehr hohen Reinheitsgrad von 80 Prozent, sagte der Leiter des Hamburger Zollfahndungsamtes, René Matschke. In üblicher Streckung hätte das Rauschgift einem Gewicht von 2,8 Tonnen entsprochen und einen Straßenverkaufswert von 145 Millionen Euro gehabt.

Bei den Schmugglern handelt es sich laut Zoll um eine international agierende und "äußerst brutale Täterorganisation". Ermittlungen im In- und Ausland hätten ergeben, dass der Drogenfund mit einem Entführungsfall in den Niederlanden zusammenhänge. Mit der Veröffentlichung der Beschlagnahme wollten die Behörden die Brisanz aus einem Bandenkonflikt nehmen, sagte Matschke. Es sollten keine weiteren Menschen gefährdet werden. Weitere Details nannten die Ermittler nicht.

wit/AFP/dpa



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