Hamburger Hafen Zollfahnder stellen 80 Kilogramm Kokain sicher

In Grillkohlesäcken haben Ermittler im Hamburger Hafen 80 Kilogramm Kokain gefunden, Straßenverkaufswert: 5,2 Millionen Euro. Die mutmaßlichen Drahtzieher des geplatzten Drogenschmuggels wurden festgenommen.

Etwa hundert Gramm gepresstes Kokain, überzogen mit einer Kohleschicht: Fund der Hamburger Zollfahnder
Zollfahndungsamt Hamburg

Etwa hundert Gramm gepresstes Kokain, überzogen mit einer Kohleschicht: Fund der Hamburger Zollfahnder


Zollfahnder in Hamburg haben eine Kokainlieferung aus Paraguay sichergestellt. In einem Schiffscontainer fanden die Ermittler rund 80 Kilo aufwendig in Holzkohlebriketts verstecktes Kokain. Die hoch konzentrierte Drogenmasse hätte beim Verkauf auf dem Straßenmarkt rund 5,2 Millionen Euro eingebracht, teilten die Beamten mit.

Der Container wurde den Angaben zufolge aufgrund des Frachtprofils für eine Kontrolle ausgewählt. Beim Durchleuchten mit einem Röntgengerät zeigten sich Auffälligkeiten an den Kohlestücken. Bei genauerer Prüfung fanden die Beamten gepresste "Kokainkerne", die mit einer Kohleschicht überzogen worden waren.

Der Container war für eine Firma in der Nähe von Augsburg in Bayern bestimmt. Das Kokain in dem Container hatten die Experten des Hamburger Zollfahndungsamts nach eigenen Angaben bereits im August entdeckt. Bei den weiteren Ermittlungen identifizierte der Zoll den 34-jährigen Inhaber der Zielfirma sowie zwei weitere Männer im Alter von 48 und 61 Jahren als mutmaßliche Hintermänner des Schmuggels. Sie wurden am Mittwoch festgenommen und sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Drogenkartelle nutzen Schiffscontainer aus Südamerika häufig für größere Kokainlieferungen nach Europa. Im Hamburger Hafen stießen Fahnder in den vergangenen Jahren unter anderem auf jeweils mehrere Hundert Kilo Kokain in Ladungen von Erdnüssen, Möbeln und Sandstein.

Den größten Kokainfund der vergangenen Jahre hatten Ermittler 2010 im Hamburger Hafen gemacht. Damals entdeckten sie nach monatelangen Ermittlungen 1,2 Tonnen hochreines Kokain in einem Container mit billigen Holzbriketts aus Paraguay.

Nicht immer gelingt es den Kartellen, Kokainlieferungen rechtzeitig heimlich zu entladen. Deshalb landeten schon mehrmals größere Drogenmengen in Bananenkartons in deutschen Groß- und Supermärkten.

ulz/AFP



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