Hamburg Polizei findet zwei tote Babys in Bahnhofsschließfach

Polizisten haben am Hamburger Hauptbahnhof eine schreckliche Entdeckung gemacht: In einem Schließfach fanden sie zwei Babyleichen, versteckt in einem Koffer.

Schließfächer am Hamburger Hauptbahnhof: Polizei entdeckt Babyleichen
DPA

Schließfächer am Hamburger Hauptbahnhof: Polizei entdeckt Babyleichen


Hamburg - Mitten im Hamburger Hauptbahnhof hat die Polizei zwei tote Babys entdeckt. Die Leichen lagen in einem Schließfach, verpackt in einem Koffer, wie der Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft, Ralf-Peter Anders, mitteilte. Es handele sich ersten Erkenntnissen zufolge um die Leichen eines vor Kurzem geborenen Jungen sowie eines weiteren Kindes, das schon stärker verwest ist. Ob die Babys getötet wurden oder bereits tot zur Welt kamen, ist bislang unklar. Wie lange die Leichen in dem Schließfach lagen, konnten die Ermittler ebenfalls noch nicht sagen.

Unter dringendem Tatverdacht steht den Angaben zufolge eine 39-Jährige aus Bad Schwartau. Sie soll die Mutter von mindestens einem der Kinder sein. Gegen die Frau werde bereits länger wegen des Verdachts auf Totschlag ermittelt, sagte Anders. Schließlich habe sich herausgestellt, dass die Beschuldigte über ein Schließfach im Hamburger Hauptbahnhof verfüge. Deshalb suchten die Polizisten dort. Dabei bemerkten sie den Angaben zufolge einen strengen Geruch, Leichenhunde schlugen ebenfalls an.

Die Tatverdächtige hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen freiwillig in eine psychiatrische Klinik begeben, wo sie in einer geschlossenen Abteilung behandelt wird. Es habe das große Risiko bestanden, dass sie sich das Leben nehmen wolle, sagte Anders und fügte an: "Das ist keine gemeingefährliche Person."

Nach Informationen der "Hamburger Morgenpost" wurde die Polizei durch eine "Aktenzeichen XY"-Sendung auf die Frau aufmerksam: Eine Bekannte von ihr habe sich bei der Polizei gemeldet, weil in der Sendung auch die Frage gestellt worden sei: Wer kennt eine Frau, die schwanger war, aber kein Baby hat? Die Anruferin habe die Polizei auf die Fährte der 39-Jährigen gebracht, die aber mit dem Fall aus der Sendung nichts zu tun habe. Jedoch habe sich die Frau bei der Befragung in widersprüchliche Aussagen verstrickt und damit die Aufmerksamkeit der Beamten auf sich gezogen.

jbe/dpa



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