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24. Mai 2017, 14:53 Uhr

Hameln-Prozess

Gutachter hält Angeklagten für voll schuldfähig

Nurettin B. schleifte seine Ex-Partnerin an der Anhängerkupplung durch Hameln - und brachte sie fast um. Auf eine Tat im Affekt wird sich der Angeklagte wohl nicht berufen können.

Der 39-Jährige, der seine Ex-Partnerin an einem Seil hinter seinem Auto durch Hameln geschleift hat, ist nach Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters voll schuldfähig. Der Sachverständige sagte im Prozess vor dem Landgericht Hannover, der Angeklagte leide zwar unter einer Anpassungsstörung, sie schränke aber seine Schuldfähigkeit nicht ein. Außerdem sei der Ablauf der Tat zu komplex für eine Affekthandlung.

Dem Angeklagten Nurettin B. wird versuchter Mord vorgeworfen. Zum Prozessauftakt hatte der Mann eingeräumt, er habe seine frühere Partnerin Kader K. am 20. November töten wollen. Hintergrund war ein Streit über den Unterhalt für das gemeinsame Kind. Der damals zweijährige Junge erlebte die Tat auf dem Rücksitz des Autos mit.

Kader K. leidet heute noch massiv unter den Folgen des Verbrechens. Sie berichtete zu Prozessbeginn, der Angeklagte habe sie über Jahre drangsaliert. Im August vorigen Jahres habe er sie mit dem Tode bedroht: "Frauen müssen für ihn Sklavinnen sein. Frauen, die rauchen, sind Huren."

sms/dpa

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