Heilpraktikerseminar bei Hamburg Gefährlicher Massenrausch - Prozess beginnt im November

Sie hatten Wahnvorstellungen und Krämpfe: Rund zwei Jahre nach einem eskalierten Heilpraktikertreffen kommt der Fall vor Gericht. In dem Prozess dürfte es vor allem um eine Substanz namens DragonFly gehen.
Einsatz bei Heilpraktikerseminar

Einsatz bei Heilpraktikerseminar

Foto: Christian Butt/ dpa

Ein Teilnehmer bellte, ein anderer hielt sich für einen Drachen: Mehr als zwei Jahre nach einem aus dem Ruder gelaufenen Massenrausch bei einem Heilpraktiker-Treffen in Norddeutschland muss sich einer der beiden Organisatoren vor Gericht verantworten. Der Prozess vor dem Landgericht Stade in Niedersachsen soll am 2. November beginnen, wie eine Sprecherin mitteilte.

Dem Angeklagten Stefan S. wird Drogenbesitz und Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch vorgeworfen. Die 27 Teilnehmer des Seminars in Handeloh bei Hamburg waren am 4. September 2015 mit schweren Vergiftungssymptomen wie Wahnvorstellungen, Krämpfen und Herzrasen in verschiedene Kliniken eingeliefert worden.

Nach Informationen des SPIEGEL konsumierten die Teilnehmer neben dem Halluzinogen 2C-E auch die beigemischte psychoaktive Substanz DragonFly. Bei Überdosierung kann DragonFly zu Komplikationen bis hin zum Tod führen (die ganze Geschichte lesen Sie hier).

Sein Verteidiger Rüdiger Deckers sagt, S. habe von der verhängnisvollen Beimischung nichts gewusst. Den Besitz von LSD hat S. allerdings eingeräumt; die Droge war am Tatort gefunden worden.

mxw/dpa
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