Angriff auf Polizisten in Hannover Anklage gegen 16-jährige IS-Sympathisantin erhoben

Im Frühjahr stach Safia S. am Hauptbahnhof Hannover auf einen Bundespolizisten ein. Der Generalbundesanwalt will die 16-Jährige nun wegen versuchten Mordes vor Gericht bringen.

Hauptbahnhof Hannover
DPA

Hauptbahnhof Hannover


Sechs Monate nach dem Messerangriff einer damals 15-jährigen IS-Sympathisantin auf einen Polizisten in Hannover hat die Bundesanwaltschaft Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Die Tat sei eine Märtyreroperation für die Terrormiliz "Islamischer Staat" gewesen, erklärte die Behörde.

Der heute 16-jährigen Schülerin Safia S. wird außerdem die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung angelastet. Der 34-jährige Beamte hatte bei dem Angriff Ende Februar eine zunächst lebensbedrohliche Stichwunde erlitten. Ein anderer Polizist überwältigte das Mädchen.

"Ich werde die Ungläubigen überraschen"

Safia S. hatte den Anschlag nach SPIEGEL-Informationen mehreren Freunden angekündigt. "Ich werde die Ungläubigen überraschen, wenn du verstehst, was ich meine", schrieb sie einer britischen Freundin. Einem Freund kündigte sie "eine Märtyreroperation in Deutschland" an.

Polizeibeamten hatte sie nach der Tat erklärt, sie habe überreagiert. Sie habe den Bundespolizisten nicht töten wollen, aber damit gerechnet, ihn zu verletzen. Inzwischen hat sie dem Beamten einen Entschuldigungsbrief geschrieben.

Bereits im Alter von neun Jahren war Safia S. in einem Video gemeinsam mit dem Salafistenprediger Pierre Vogel aufgetreten. Der Clip wurde mehrere Tausend Male im Internet geklickt.

Kurz vor der Tat war das Mädchen in die Türkei gereist. Es hatte vergeblich versucht, von dort aus zum IS nach Syrien zu reisen. Die Mutter hatte es dann in die Heimat zurückbegleitet.

sms/dpa

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