Hannover Architekten-Erbe klagt gegen Schröder-Fenster für Kirche

Altkanzler Gerhard Schröder hat ein Fenster für die Marktkirche in Hannover finanziert. Doch der Erbe des Architekten wehrt sich gegen den Einbau.
Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover (Archiv)

Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover (Archiv)

Foto: Peter Steffen/DPA

Im Streit über das von Altkanzler Gerhard Schröder finanzierte Kirchenfenster der Marktkirche in Hannover hat der Erbe des Architekten gegen den Einbau geklagt. Mit der Klage werde die Unterlassung des Einbaus des von Markus Lüpertz entworfenen Fensters geltend gemacht, teilte das Landgericht Hannover mit.

Der Kläger Georg Bissen, der Stiefsohn des Architekten Dieter Oesterlen, beruft sich darauf, dass der Einbau des Reformationsfensters das Urheberrecht des Architekten verletze. Bissen hat die Urheberrechte an der baulichen Gestaltung der Kirche und wehrt sich seit Langem gegen das Fenster.

Im März hatte der evangelisch-lutherische Sprengel Hannover mitgeteilt, dass der Vorstand der Marktkirchengemeinde beschlossen habe, das 13 Meter hohe Kunstwerk einbauen zu lassen. Das Fenster wurde von Lüpertz entworfen, der sich darin mit dem Leben Martin Luthers beschäftigt. Diskutiert wird der Entwurf unter anderem wegen fünf Fliegen, die symbolisch für das Böse stehen sollen.

Der Kläger sei davon überzeugt, dass das geplante Glasfenster dem gotisch geprägten Innenraum der Marktkirche widerspreche, weil es keines der dortigen Stilmerkmale aufweise, teilte das Gericht mit. Bereits vorgerichtlich hätten sich die Parteien über den Entwurf, die Anfertigung sowie einen eventuellen Einbau des Reformationsfensters ausgetauscht. Zuvor habe der Kirchenvorstand dem Kläger mitgeteilt, dass Schröder der Marktkirche anlässlich des Reformationsjubiläums ein Buntglasfenster schenken wolle. Eine Einigung sei nicht erzielt worden.

wit/dpa
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