Foltervorwurf in Hannover Ermittlungen auf vier weitere Bundespolizisten ausgeweitet

Ein Bundespolizist aus Hannover soll auf der Wache am Hauptbahnhof Flüchtlinge misshandelt haben. Dabei agierte er offenbar nicht allein: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen vier weitere Beamte.
Beamte der Bundespolizei im Hauptbahnhof Hannover: Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt

Beamte der Bundespolizei im Hauptbahnhof Hannover: Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt

Foto: Holger Hollemann/ dpa

Nach Foltervorwürfen gegen einen Bundespolizisten aus Hannover ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch gegen vier Kollegen des Mannes. "Im Wesentlichen geht es dabei um Körperverletzung im Amt", sagte eine Behördensprecherin am Mittwoch.

Sie bestätigte damit Informationen des NDR, wonach die Untersuchungen sich nun gegen insgesamt fünf Beamte richten.

Der Polizist, der als erstes ins Visier der Justiz geraten war, steht in dem Verdacht, in mindestens zwei Fällen Männer aus Afghanistan und Marokko auf der Wache im Hauptbahnhof Hannover gedemütigt und geschlagen zu haben.

Der Beamte äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Nach seinen Taten, die er mit dem Handy dokumentiert haben soll, soll er per SMS mit den Misshandlungen geprahlt haben. Zwei Zeugen hatten gegen ihn Anzeige erstattet, erst dadurch waren die Vorfälle bekanntgeworden. Einer der betroffenen Flüchtlinge bestätigte die Anschuldigungen.

sun/dpa
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