Ermittlungen in Hannover Zerbrochenes Synagogenfenster – Taube verursachte Schaden

Als am jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Fenster der Synagoge in Hannover beschädigt wurde, gab es den Verdacht einer gezielten Attacke. Ein Gutachten des Bundeskriminalamtes sorgte jetzt endgültig für Klarheit.
Beschädigtes Bleiglasfenster der Synagoge in Hannover

Beschädigtes Bleiglasfenster der Synagoge in Hannover

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Rund eineinhalb Monate nach der Beschädigung eines Synagogenfensters während eines Gottesdienstes in Hannover ist die Ursache geklärt. Eine Taube sei am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gegen die Scheibe geflogen, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. 

Zahlreiche Politiker, Verbände und Glaubensgemeinschaften hatten sich nach dem Vorfall entsetzt geäußert, weil zunächst ein Steinwurf vermutet worden war. Schon wenige später wurde allerdings bekannt, dass die Polizei keine Hinweise auf einen Anschlag gefunden hatte. Unter dem beschädigten Fenster an der Außenseite des Gebäudes fanden sich allerdings Federn, die auf einen Vogelschlag als Ursache deuten könnten, hieß es damals. Das hat sich nun bestätigt.

Ein tiermolekulargenetisches Gutachten des Bundeskriminalamtes habe ergeben, dass eine Taube die Scheibe beschädigt habe, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Hannover am Dienstag mit. Zuvor hatte demnach bereits ein Gutachten des Landeskriminalamts Niedersachsen ausgeschlossen, dass es einen Schuss oder einen Steinwurf auf die Scheibe gab.

Zum Zeitpunkt der Beschädigung beteten rund 150 Menschen in der Synagoge. Verletzt wurde niemand.

bbr/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.