Hannover Neue Prügelvorwürfe gegen Bundespolizisten

In Hannover gibt es möglicherweise mehr Opfer von Polizeigewalt als bisher bekannt. Ein 55-Jähriger soll in einem Polizeiwagen malträtiert worden sein.
Bundespolizist: Haben Beamte gegen das Gesetz verstoßen?

Bundespolizist: Haben Beamte gegen das Gesetz verstoßen?

Foto: Holger Hollemann/ dpa

In Hannover weitet sich der Skandal um Gewalttaten in der Bundespolizei offenbar aus. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover SPIEGEL ONLINE bestätigte, sei ein 55-Jähriger vernommen worden, der in einem Polizei-Bulli von Beamten "geschlagen und getreten" worden sein soll. Die mutmaßlichen Täter seien inzwischen ermittelt.

Vor einem Monat hatte die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Polizeiobermeister Torsten S. eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, zwei Flüchtlinge auf der Wache am Hauptbahnhof gequält zu haben. Ein mutmaßliches Opfer, ein Marokkaner, hat die mutmaßliche Misshandlung inzwischen bestätigt.

Staatsanwaltschaft nennt keine Details

Der Verdacht geht zurück auf eine Strafanzeige von zwei Kollegen des Polizisten. Auch bei der mutmaßlichen Attacke im Bulli soll S. dabei gewesen sein. Einzelheiten nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

Der Fall des 55-Jährigen wurde bereits in der Strafanzeige erwähnt, war bisher aber nicht öffentlich bekannt geworden. Wie der NDR berichtete, soll ein Beamter einen Kollegen dazu aufgefordert haben, die Musik lauter zu drehen, während der Mann verprügelt wurde. Das Opfer soll dabei einen Zahn verloren haben. Ein Beamter habe den Wagen danach vom Blut gereinigt.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, noch sei S. einziger Beschuldigter in dem Verfahren. Es werde aber geprüft, ob auch gegen Kollegen ermittelt werden müsse - möglicherweise wegen unterlassener Hilfeleistung.

sms/dpa
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