Messerattacke in Hannover Anklage fordert sechs Jahre Haft für Safia S.

Im Februar 2016 hat eine 16-Jährige einen Polizisten in Hannover mit einem Messer angegriffen - es könnte die erste IS-Terrortat in Deutschland gewesen sein. Nun drohen Safia S. bis zu sechs Jahre Haft.

Justizbeamter in Celle
DPA

Justizbeamter in Celle


Ein Jahr nach einer Messerattacke auf einen Polizisten in Hannover hat die Anklage sechs Jahre Haft für die angeklagte 16-jährige Safia S. gefordert. Die mutmaßliche Sympathisantin der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) habe sich des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung sowie der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig gemacht, erklärte die Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht Celle.

Die Tat im Februar 2016 war aus Sicht der Anklage eine "Märtyreroperation" für die IS-Miliz. Ermittler werten den Angriff als die erste vom IS in Deutschland in Auftrag gegebene Terrortat. Die Gymnasiastin hat die Tat eingeräumt und sich in einem Brief aus der Untersuchungshaft bei dem Polizisten entschuldigt.

Für den als Mitwisser mitangeklagten 20-jährigen Deutsch-Syrer Mohamad Hasan K. fordert die Anklage drei Jahre Haft wegen der Nichtanzeige einer geplanten Straftat. Gegen ihn ermittelt die Bundesanwaltschaft weiterhin, weil er mit angeblichen Terrorplänen zu tun haben könnte, die zur Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover im November 2015 führten.

Der Prozess findet wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. An der Verhandlung nahmen ein Islamwissenschaftler und eine Jugendpsychiaterin teil, die die geistige und sittliche Reife der Angeklagten beurteilte. Am Freitag werden die Plädoyers der Verteidiger erwartet. Die Urteile sollen am Donnerstag kommender Woche gesprochen werden.

kry/dpa

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