Hannover Toter Säugling vor Babyklappe gefunden

Schreckliche Entdeckung in Hannover: Vor ihrer Babyklappe haben Mitarbeiter eines Krankenhauses einen toten Säugling gefunden. Noch ist unklar, woran das Kind starb.


Hannover - Das tote Baby war am Mittag gegen 12.30 Uhr außerhalb des Krankenhauses in der Nähe der Babyklappe entdeckt worden, wie ein Polizeisprecher sagte. Nach der Körpertemperatur zu urteilen, sei der Junge bereits mehrere Stunden tot gewesen.

Nun soll eine Obduktion klären, ob das Kind bei seiner Geburt noch gelebt hat. Hinweise auf die Mutter gibt es noch nicht. Kriminaltechniker begannen mit der Spurensicherung, um das Schicksal des toten Kindes zu klären.

Die von der evangelischen Kirche eingerichtete Babyklappe befindet sich abseits gelegen an einem Nebengebäude des Krankenhauses und ist nur über eine Treppe zu erreichen. Die Babyklappe ist Bestandteil eines Hilfsnetzwerkes für Schwangere in Not, das seit seiner Gründung 2001 mehr als 800 Frauen in schwieriger Lage unterstützt hat.

Verwahrloste Wohnung

Unterdessen sind in Mecklenburg-Vorpommern drei Kinder aus einer vollkommen verwahrlosten Wohnung gerettet worden. Die Behausung in Jamitzow beim vorpommerschen Anklam sei mit Müll und der Asche eines Ofens verdreckt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Kinder im Alter von sieben, zwölf und 13 Jahren hätten keine Bettwäsche gehabt, der Strom war abgestellt. Der Notarzt war in der Nacht alarmiert worden, weil die 42 Jahre alte Mutter sich bei einem Sturz schwer verletzt hatte und ohnmächtig war. Sie kam ins Krankenhaus. Die Kinder wurden dem Jugendamt übergeben.

Die Mutter begründete den Zustand der Wohnung gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk mit einem noch nicht abgeschlossenen "Umzug" der Familie innerhalb des Hauses. Demnach bewohnt die Familie, zu der ein weiterer 21 Jahre alter Sohn gehört, dort eine zweite Wohnung.

Kindergeld gegen Vorsorgeuntersuchung

In der Diskussion über mehr Kinderschutz forderte inzwischen der Jugendforscher Klaus Hurrelmann, Kindergeldzahlungen von der regelmäßigen Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen (U1 bis U9) abhängig zu machen. "Dass Kinder zu haben, reine Privatsache ist und mit Kindern gemacht werden kann, was man will, das ist ein Holzweg", sagte Hurrelmann. Der Forscher forderte außerdem ein verbindliches Training von Eltern in Erziehungsfragen "spätestens, wenn sie ihr Kind zur Grundschule anmelden".

In so gut wie allen bisher bekanntgewordenen Fällen von Kindesverwahrlosung oder -misshandlung seien die staatlichen Behörden vorab über Probleme informiert gewesen. "Doch der Wächter Staat hat nicht aufgepasst oder nicht richtig reagiert", kritisierte Hurrelmann. Offenkundig seien viele Fachkräfte nicht richtig geschult. Sie bräuchten bei der Beurteilung ihrer Fälle eine klare, fachlich abgesicherte Checkliste.

Darüber hinaus sprach sich Hurrelmann dafür aus, in den Katalog der Vorsorgeuntersuchungen auch psychische Gesundheitsstörungen wie Aufmerksamkeitsdefizite, Konzentrationsstörungen und Ängste einzubeziehen. Sie blockierten später bei Eintritt in die Schule die Leistungsentfaltung der Kinder sehr stark. Bisher aber seien die meisten Kinderärzte nicht geschult, diese Aspekte ebenfalls zu berücksichtigen, beklagte der Jugendforscher.

jdl/AP/dpa



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