Hannover Trainer filmt heimlich jugendliche Fußballerinnen

Der Pappkarton in der Umkleidekabine machte sie stutzig: Jugendliche Fußballerinnen eines Hannoveraner Vereins entdeckten darin eine versteckte Kamera - ihr Trainer soll die Mädchen heimlich gefilmt haben. Jetzt ermittelt die Polizei.


Hannover - Ein 39-jähriger Fußballtrainer einer Mädchenmannschaft des SV Arnum in Hemmingen (Region Hannover) soll am vergangenen Samstag mit einer Kamera mehrere Mädchen in der Umkleidekabine beim Umziehen heimlich gefilmt haben. Wie die Polizei mitteilte, entdeckten die Jugendlichen die Kamera und informierten ihre Eltern.

Einer 15-Jährigen Spielerin fiel ein auf einem Tisch stehender Karton auf, als sie sich zusammen mit drei weiteren 14- und 15-Jährigen für ein Punktspiel des Vereins umzog. Da durch ein kleines Loch ein Lichtschein fiel, öffnete sie den Karton und entdeckte eine bereits aufzeichnende Kamera. Beim Abspielen des Geräts erkannten die Mädchen den 39-jährigen Trainer, der sich beim Aufstellen der Kamera offenbar selbst gefilmt hatte.

Der Erste Vorsitzende des Vereins, Harald Gries, sagte laut NDR.de, die Mädchen seien schockiert. Einige hätten Bedenken geäußert, dass bereits Filmmaterial im Internet kursieren könnte.

Nach entsprechenden Informationen der Vereinsverantwortlichen stellte die Polizei die Videokamera sicher. Bei einer anschließenden Untersuchung der Wohnung und des Autos des Trainers fanden die Beamten mehrere Speichermedien, darunter USB-Sticks, Videokassetten, CDs und DVDs, die allerdings noch nicht ausgewertet wurden. Der 39-Jährige wurde noch am Sonntag von seinen Aufgaben beim SV Arnum entbunden und erhielt Hausverbot. Gegen ihn wird wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen ermittelt.

can/dapd

Mehr zum Thema


insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Barbapaps 06.06.2011
1. ...
Die Polizei fand' also "mehrere Speichermedien, darunter USB-Sticks, Videokassetten, CDs und DVDs", erstaunlich! ;). Trainer, wie auch sonstige Autoritätspersonen die mit Jugendlichen/Kindern zu tun haben, sollten schlicht vor Begründung des Arbeitsverhältnisses einen psychologischen Eignungstest durchlaufen. So würden sich immerhin einige dubiose Gestalten enttarnen.
danielitinho 06.06.2011
2. titel
Zitat von BarbapapsDie Polizei fand' also "mehrere Speichermedien, darunter USB-Sticks, Videokassetten, CDs und DVDs", erstaunlich! ;). Trainer, wie auch sonstige Autoritätspersonen die mit Jugendlichen/Kindern zu tun haben, sollten schlicht vor Begründung des Arbeitsverhältnisses einen psychologischen Eignungstest durchlaufen. So würden sich immerhin einige dubiose Gestalten enttarnen.
ein erweitertes führungszeugnis für die arbeit in vereinen wäre zumindest schonmal ein erster schritt. ein psychologisches gutachten würde wohl viele ehrenamtliche abschrecken, da es auch einfach mit aufwand verbunden ist. das sind in der regel schließlich ehrenamtliche, die die jugendmannschaften quer durch die republik trainieren. die bekommen da erstmal gar nix für, im gegenteil, die investieren ihre freizeit in jugendmannschaften. ganz ausschließen kann man solche vorfälle wohl leider nicht. lg daniel
weltbetrachter 06.06.2011
3. unglaublich
Man will es ja nicht wahrhaben, aber es gibt wohl noch für jedes eine Steigerung. Hoffentlich handelt es sich um einen Einzelfall und findet keine Nachahmer.
Emmi 06.06.2011
4. Tittel
Zitat von BarbapapsDie Polizei fand' also "mehrere Speichermedien, darunter USB-Sticks, Videokassetten, CDs und DVDs", erstaunlich! ;). Trainer, wie auch sonstige Autoritätspersonen die mit Jugendlichen/Kindern zu tun haben, sollten schlicht vor Begründung des Arbeitsverhältnisses einen psychologischen Eignungstest durchlaufen. So würden sich immerhin einige dubiose Gestalten enttarnen.
Und was ist dann hiermit: http://www.all-in.de/nachrichten/allgaeu/rundschau/Rundschau-jungen-maedchen-film-Buben-filmen-Maedchen-in-Umkleide;art2757,583433 ???
baloo72 06.06.2011
5. ein erweitertes führungszeugnis hätte auch nichts gebracht
Zitat von danielitinhoein erweitertes führungszeugnis für die arbeit in vereinen wäre zumindest schonmal ein erster schritt. ein psychologisches gutachten würde wohl viele ehrenamtliche abschrecken, da es auch einfach mit aufwand verbunden ist. das sind in der regel schließlich ehrenamtliche, die die jugendmannschaften quer durch die republik trainieren. die bekommen da erstmal gar nix für, im gegenteil, die investieren ihre freizeit in jugendmannschaften. ganz ausschließen kann man solche vorfälle wohl leider nicht. lg daniel
Auch ein erweiteretes Führungszeugnis hätte hier sicher nichts gebracht. Denn da steht ja erst was drin, wenn man schon wegen einer Straftat verurteilt wurde! Da ich auch in der Jungendarbeit tätig bin, kamen diese Diskussionen schon öfter auf. Im Endeffekt hilft nur, Trainer, Gruppenleiter o.ä. immer mit zu beobachten und Beobachtungen zu teilen. Damit meine ich nicht, sich gegenseitig im Misstrauen zu kontrollieren, sondern auf Anzeichen zu achten und darüber zu sprechen. Meistens kommen solche Neigungen ja nicht urplötzlich, sondern sind das Ziel einer Entwicklung. Natürlich müssen dazu die Trainer o.ä. erst entsprechend sensibilisiert und ausgebildet werden. Tut mir echt leid um die Mädels, die so einen derben Vertrauensverlust hinnehmen müssen und um die "ordentlichen" Mitglieder im Verein, die darunter nun zu leiden haben!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.