Berufungsgericht in New York Harvey Weinstein kann Verurteilung anfechten

Ex-Filmmogul Harvey Weinstein kann gegen seine Verurteilung zu 23 Jahren Haft vorgehen. Das hat ein Berufungsgericht in New York entschieden – anders als eine frühere Instanz.
Harvey Weinstein (2020)

Harvey Weinstein (2020)

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Mark Lennihan / dpa

Harvey Weinstein kann seine Verurteilung wegen Sexualverbrechen im Jahr 2020 anfechten. Ein Berufungsgericht in New York erteilte die entsprechende Erlaubnis für diesen Schritt, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. »Wir sind hoffnungsvoll und dankbar für diese seltene Gelegenheit«, hieß es am Mittwoch in einer Stellungnahme von Weinsteins Sprecher Juda Engelmayer, aus der auch die Nachrichtenagentur dpa zitierte.

In dem früheren Prozess und bei der Verurteilung habe vieles nicht gestimmt, führte Engelmayer demnach weiter aus. Weinstein, 70, beharrte in der Mitteilung auf seiner Unschuld und dankte seinen Anwälten: »Ihre harte Arbeit wird mir helfen, am Ende meine Unschuld zu beweisen.«

Weinsteins Anwälte hatten kritisiert, der frühere Hollywood-Mogul habe keinen fairen Prozess erhalten. Sie begründeten ihren Vorwurf unter anderem mit einem angeblich parteiischen Juror und der angeblichen Voreingenommenheit des Richters James Burke.

Weg frei für mündliche Verhandlungen

Mit einem Einspruch vor einer niedrigeren Instanz beim New York Court of Appeals waren die Anwälte im Juni zunächst gescheitert. Nun entsprach eine höhere Instanz ihrem Anliegen, das Urteil anfechten zu können. Diese Entscheidung mache den Weg frei für mündliche Verhandlungen im kommenden Jahr, sagte ein Gerichtssprecher dem Sender NBC .

Weinstein, einst einer der wichtigsten Filmproduzenten der USA, war im März 2020 wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Die Verurteilung markierte einen Meilenstein der Rechtsgeschichte. In dem aufsehenerregenden Fall, durch den die #MeToo-Bewegung maßgeblich mit ausgelöst wurde, hatte die Jury den Zeugenaussagen mehrerer Frauen geglaubt.

Derzeit sitzt Weinstein in einem Gefängnis in Los Angeles ein und wartet in Kalifornien auf einen weiteren Prozess. Er wird unter anderem beschuldigt, im Februar 2013 ein italienisches Model in einem Hotel in Beverly Hills vergewaltigt und anschließend Lauren Young, eine angehende Schauspielerin, im Badezimmer eines anderen Hotels sexuell missbraucht zu haben. Fünf Frauen erheben Missbrauchsvorwürfe. Weinstein bestreitet die Taten und plädiert auf nicht schuldig.

Insgesamt haben rund 90 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Gwyneth Paltrow, Weinstein sexuelle Belästigung oder Gewalt vorgeworfen.

wit/dpa
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