Verfahren in New York Erste Juroren für Weinstein-Prozess bestimmt - Gigi Hadid nicht dabei

In New York läuft der Prozess gegen Harvey Weinstein, nun wurden die ersten Mitglieder der Jury ausgewählt. Für Topmodel Gigi Hadid war es ein äußerst kurzer Termin.
Gigi Hadid in New York vor Gericht: Sie darf nicht über Weinstein richten

Gigi Hadid in New York vor Gericht: Sie darf nicht über Weinstein richten

Foto: Brendan McDermid/ REUTERS

Im Prozess gegen den ehemaligen Filmmogul Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen sind die ersten Juroren bestimmt worden. Aus einem Pool von mehr als 100 Menschen berief das Gericht in Manhattan vier Männer und drei Frauen aus New York in die Jury. Insgesamt wird das Gremium aus zwölf Personen sowie sechs Ersatzjuroren bestehen. Die Auswahl wird am Freitag fortgeführt.

Richter James Burke richtete deutliche Worte an die Anwesenden: Der Prozess sei kein Referendum über die #MeToo-Bewegung oder Frauenrechte. Die Entscheidung der Jury dürfe nur auf den Beweisen, die im Gericht präsentiert werden, beruhen.

Nicht unter denjenigen, die über eine juristische Schuld Weinsteins urteilen werden, ist das US-Model Gigi Hadid. Die 24-Jährige wurde ausgeschlossen - Medienberichten zufolge auch, weil ihr Status als bekannte Persönlichkeit der Verhandlung schaden könnte. Hadid war beim jetzigen Termin von etlichen Fotografen empfangen worden, verließ das Gericht nach Angaben von Polizisten aber schon nach zehn Minuten wieder.

DER SPIEGEL

Es galt von vornherein als unwahrscheinlich, dass Hadid Mitglied der zwölfköpfigen Jury wird. Am Montag hatte Hadid bei der Vorauswahl angegeben, Weinstein persönlich zu kennen. Die Frage des Richters, ob sie dennoch eine faire und unvoreingenommene Geschworene sein könne, bejahte sie.

"Ich denke, ich bin trotzdem in der Lage, den Fakten gegenüber offen zu sein", sagte Hadid. Das Topmodel teilte auch mit, die Schauspielerin Salma Hayek zu kennen, die wie Dutzende andere Frauen Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen Weinstein erhoben hat.

Der Prozess hatte am 6. Januar begonnen, nach der Auswahl der Jury soll es am 22. Januar mit den Auftaktplädoyers erstmals um Inhaltliches gehen. In dem Fall geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen: Der heute 67-jährige Weinstein soll eine von ihnen 2006 zum Oralsex gezwungen und die andere 2013 vergewaltigt haben.

Die Verteidigung des Multimillionärs versuchte am Donnerstag erneut, den Richter von einer Verlegung der Verhandlung in eine andere Stadt zu überzeugen. In einem Antrag führte sie die "karnevalhafte" Atmosphäre an, unter anderem wegen Anti-Weinstein-Kundgebungen vor dem Gericht. Dies und der große Medienauflauf könnten die Unvoreingenommenheit der Jury beeinflussen. Der Richter wies das zurück.

Der Prozess soll insgesamt mehr als zwei Monate dauern. Bei einer Verurteilung droht Weinstein eine lebenslange Freiheitsstrafe. In Kalifornien ist ein weiterer Strafprozess angekündigt. Insgesamt hatten in den vergangenen Jahren mehr als 80 Frauen Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

Die Anschuldigungen lösten die #MeToo-Bewegung aus. Überall auf der Welt erkannten Frauen und auch einige Männer ihre eigenen Geschichten in denen der mutmaßlichen Weinstein-Opfer wieder und begannen, sie unter dem Schlagwort "Me too" ("Ich auch") zu sammeln.

mxw/dpa/AFP
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