Verurteilter Sexualverbrecher Harvey Weinstein scheitert mit Anträgen auf Einstellung zweier Klagen

Vergangenes Jahr wurde Filmproduzent Harvey Weinstein in New York bereits zu 23 Jahren Haft verurteilt. Nun scheiterte er in einem neuen Verfahren in Los Angeles mit zwei Anträgen – aber erreichte einen Teilsieg.
Harvey Weinstein im Gericht in Los Angeles

Harvey Weinstein im Gericht in Los Angeles

Foto: Etienne Laurent / AP

Weitere fünf Frauen werfen ihm Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung vor: Der frühere Hollywood-Mogul Harvey Weinstein muss sich in Los Angeles erneut vor Gericht verantworten. Nun hat eine Richterin zwei Anträge des 69-jährigen ehemaligen Filmproduzenten zurückgewiesen. Weinstein wollte, dass drei Klagen wegen Verjährung eingestellt werden. Die zuständige Richterin Lisa Lench kam dem nur in einem Fall nach.

Der Filmproduzent aus New York war vergangene Woche ins kalifornische Los Angeles überstellt worden. Hier wird er unter anderem beschuldigt, im Februar 2013 ein italienisches Model in einem Hotel in Beverly Hills vergewaltigt und anschließend Lauren Young, eine angehende Schauspielerin, im Badezimmer eines anderen Hotels sexuell missbraucht zu haben. Young trat bereits als Zeugin im Prozess in New York auf. Die anderen Anklagen gegen Weinstein in Los Angeles reichen bis ins Jahr 2004 zurück.

Weinsteins Anwalt Mark Werksman sprach nach der Anhörung am Donnerstag von einem Sieg für seinen Mandanten. Eine Frau wurde somit von dem Verfahren ausgeschlossen. Im Falle einer Verurteilung droht Weinstein eine Freiheitsstrafe von bis zu 140 Jahren. In New York sitzt er seit vergangenem Jahr eine 23-jährige Freiheitsstrafe ab. Weinsteins Anwälte hatten im Vorfeld versucht, eine Überstellung ihres Mandanten nach Los Angeles zu verhindern, und unter anderem gesundheitliche Gründe angeführt.

Eine New Yorker Geschworenen-Jury hatte den Gründer des Miramax-Filmstudios im Februar 2020 der Vergewaltigung in einem minder schweren Fall und der schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Im folgenden Monat verurteilte ein Richter Weinstein zu der langjährigen Freiheitsstrafe. Weinstein weist alle Vorwürfe zurück und hat Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt.

Insgesamt haben rund 90 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Gwyneth Paltrow, Weinstein sexuelle Belästigung oder Gewalt vorgeworfen. Das Bekanntwerden der Vorwürfe löste im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen aus.

kha/AFP/dpa/Reuters
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