Aus dem Gefängnis heraus Harvey Weinstein verklagt Autokonzern auf Schadensersatz in Millionenhöhe

Dem ehemaligen Hollywoodmogul Weinstein steht der nächste Missbrauchsprozess bevor. Vorher kümmert er sich noch um seine Finanzen: Er will Schadensersatz, weil die Bremsen seines Jeeps nicht funktioniert haben sollen.
Harvey Weinstein (2020): »Anhaltende Schmerzen und Leiden«

Harvey Weinstein (2020): »Anhaltende Schmerzen und Leiden«

Foto: Lucas Jackson / REUTERS

Aus dem Gefängnis heraus hat der Sexualstraftäter und ehemalige Hollywoodmogul Harvey Weinstein den Autobauer Stellantis wegen eines Unfalls auf fünf Millionen Dollar (ca. 4,7 Millionen Euro) verklagt.

Weinstein wirft dem Konzern in seiner bei einem Gericht in New York eingereichten Klage vor, dass er bei dem Unglück wegen einer Fehlfunktion der Bremsen seines Jeeps schwer verletzt worden sei. Demnach war Weinstein im August 2019 mit seinem Wagen im Bundesstaat New York unterwegs, als plötzlich ein Hirsch vor ihm auftauchte. Beim Ausweichversuch sollen die Bremsen nicht richtig funktioniert haben, offenbar überschlug sich das Auto.

Weinstein offenbar operiert

Der heute 70-Jährige erlitt laut Klageschrift »katastrophale und dauerhaft lähmende Verletzungen sowie erhebliche und anhaltende Schmerzen und Leiden«. Offenbar musste er am Rücken operiert werden. Nun wirft Weinstein Stellantis unter anderem Fahrlässigkeit vor.

»Wir beabsichtigen, unser Produkt energisch gegen diese Ansprüche zu verteidigen«, teilte Stellantis in einer Erklärung mit.

Weinstein war einst einer der wichtigsten Filmproduzenten der USA. 2020 wurde er wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt. Der 70-Jährige sitzt derzeit in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Kalifornien.

Weinstein steht ein weiterer Prozess wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen aus den Jahren 2004 bis 2013 bevor. Er wird unter anderem beschuldigt, im Februar 2013 ein italienisches Model in einem Hotel in Beverly Hills vergewaltigt und anschließend Lauren Young, eine angehende Schauspielerin, im Badezimmer eines anderen Hotels sexuell missbraucht zu haben. Insgesamt fünf Frauen erheben Missbrauchsvorwürfe. Weinstein bestreitet die Taten und plädiert auf nicht schuldig.

Insgesamt haben rund 90 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Gwyneth Paltrow, Weinstein sexuelle Belästigung oder Gewalt vorgeworfen. Das Bekanntwerden der Vorwürfe löste im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen aus.

ptz/AFP/Reuters
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