Verfahren in New York Harvey Weinstein verliert Staranwalt

Der bekannte Jurist Benjamin Brafman verlässt das Anwaltsteam um Harvey Weinstein. Damit verliert der frühere Filmproduzent ein wichtiges Mitglied seiner Verteidigung.

Benjamin Brafman (links) und Harvey Weinstein verlassen das Gericht in New York im Dezember 2018
AFP

Benjamin Brafman (links) und Harvey Weinstein verlassen das Gericht in New York im Dezember 2018


Benjamin Brafman, Strafverteidiger etlicher Prominenter, wird das Team um Harvey Weinstein verlassen. Er ziehe sich von dem Fall zurück, sagte Brafman der "New York Post". Die "New York Times" berichtet, Brafman werde das Gericht am Donnerstag informieren. Weinstein ist unter anderem wegen Vergewaltigung angeklagt.

Brafman ist einer der bekanntesten Anwälte der USA. Er verteidigte den IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, dem unter anderem Zuhälterei vorgeworfen wurde. Brafman erreichte 2015 einen Freispruch für den Politiker. Der 70-jährige Jurist hat auch den Rapper Jay-Z und den Musikproduzenten Sean "Diddy" Combs vertreten.

Laut "New York Times" hat Brafmans Entscheidung mit den Plänen Weinsteins zu tun, sein Verteidigerteam zu vergrößern. Brafmans Schritt könnte ein Rückschlag für Weinstein sein: Der Strafverteidiger erreichte im vergangenen Oktober, dass die Staatsanwaltschaft wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit einer Klägerin einen von sechs Anklagepunkten fallen ließ. Im Dezember scheiterte er aber mit einem Antrag, die strafrechtliche Verfolgung gegen Weinstein komplett einzustellen.

Im Mai 2018 war Weinstein in New York wegen Vergewaltigung und erzwungenem Oralverkehr angeklagt worden. Die Anklage wurde im Juli 2018 ausgeweitet. Mutmaßliche Opfer sind drei Frauen, es geht um Vorwürfe aus den Jahren 2004, 2006 und 2013.

Dutzende Frauen beschuldigen den einstigen Filmproduzenten sexueller Übergriffe. Die Vorwürfe reichen von Belästigung bis hin zu Vergewaltigungen. Unter den mutmaßlichen Opfern sind Filmstars wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Ashley Judd.

Der 66-jährige Weinstein weist die Vorwürfe zurück und sagt, dass die sexuellen Kontakte zu den Frauen stets einvernehmlich gewesen seien. Der Fall hatte eine weltweite Kampagne gegen sexuelle Belästigung ausgelöst. Unter dem Hashtag #MeToo machten zahlreiche Frauen ihre Erfahrungen öffentlich.

jpz/AFP

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