Hate Crime in Portland "Brutale Worte, brutale Taten"

Portland, US-Bundesstaat Oregon: Ein Mann bepöbelt zwei Mädchen in der Bahn mit rassistischen Tiraden. Andere wollen helfen - der Täter sticht zu, zwei der Helfer sterben. Die liberale Stadt steht unter Schock.

Trauernde legen Blumen und Kerzen an der Bahnstation ab
AP

Trauernde legen Blumen und Kerzen an der Bahnstation ab


Ein Mann hat am Freitag in einer Stadtbahn in Portland im US-Staat Oregon zwei Männer erstochen. Nach Polizeiangaben wollten die beiden Opfer zwei muslimischen Teenagerinnen zu Hilfe kommen, die zuvor von dem Mann rassistisch beleidigt und beschimpft worden waren. Ein weiterer Mann, der ebenfalls helfen wollte, wurde bei der Messerstecherei verletzt.

Mehrere US-Medien berichten übereinstimmend, dass zwei junge Frauen, eine von beiden schwarz, die andere trug ein Kopftuch, von dem Mann in der MAX-Bahn angeschrien worden seien. Die Mutter einer der beiden sagte dem "Oregonian" , der Mann habe in seiner rassistischen Tirade unter anderem Muslimen den Tod gewünscht.

Andere Passagiere haben nach Polizeiangaben versucht, den Mann zu beruhigen und den Frauen zur Hilfe zu kommen. Daraufhin stach der Mann zu. Er konnte zunächst aus der Bahn flüchten, doch die Polizei hat mittlerweile einen dringend tatverdächtigen 35-Jährigen festgenommen. Es handelt sich dabei offenbar um einen vorbestraften Rechten, im Netz kursieren Bilder von ihm, auf einem hat er die amerikanische Flagge zum Umhang um den Hals geknotet und die rechte Hand zum Hitlergruß in die Höhe gestreckt.

"Brutale Worte können zu brutalen Taten führen"

Die Polizei wurde am späten Nachmittag zu einer Bahnstation gerufen; bei einem der Opfer, einem 53-jährigen Mann, wurde vor Ort der Tod festgestellt. Das zweite Opfer, ein 23-Jähriger, starb im Krankenhaus. Ein weiterer Mann ist verletzt, aber nicht in Lebensgefahr.

Portlands Bürgermeister Ted Wheeler bei der Pressekonferenz
AP

Portlands Bürgermeister Ted Wheeler bei der Pressekonferenz

Die Tat geschah am ersten Tag des Ramadan. Für das liberale Portland, als "Hippie-Metropole" bekannt für seine Toleranz, ist die Tat ein Schock.

"Brutale Worte können zu brutalen Taten führen", sagte Bürgermeister Ted Wheeler bei einer Pressekonferenz, alle Politiker Amerikas müssten "ganz bewusst daran arbeiten, unseren politischen Dialog zu verändern". Die beiden Opfer seien als Helden gestorben. Ihr Tod sei die Folge eines "entsetzlichen Aktes rassistischer Gewalt".

juh/AP



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.