Nach Amoklauf in Heidelberg Studierende wünschen sich Gedenkort an der Universität

An der Uni Heidelberg könnte ein Ort eingerichtet werden, der dauerhaft an den Amoklauf erinnern soll. Ein 18-Jähriger hatte dort am Montag eine Studentin erschossen und drei weitere Menschen verletzt.
Tatort an der Universität Heidelberg

Tatort an der Universität Heidelberg

Foto: Thomas Lohnes / Getty Images

Nachdem der 18 Jahre alte Nikolai G. in einem Hörsaal der Universität Heidelberg um sich geschossen und eine Studentin tödlich verletzt hatte, könnte dort ein Gedenkort entstehen. »Wir denken darüber nach, einen dauerhaften Trauerort auf dem Campus zu etablieren«, sagte der Vorsitzende der Studierendenschaft, Peter Abelmann, der »Rhein-Neckar-Zeitung« in Heidelberg. 

Es sei der Wunsch da, dass die Tat aufgearbeitet werde, sagte Abelmann der Zeitung. Viele Studierende wünschten sich auch einen permanenten Trauerort. Es müsse aber auch dauerhafte Unterstützungsangebote für die Studierenden geben, für viele sei es das erste traumatische Erlebnis in ihrem Leben. »Und bei manchen werden Traumata bleiben. Wir werden das Ganze nicht so schnell beiseiteschieben können«, sagte Abelmann.

Dennoch plädierte der Studierendenvertreter weiter für eine offene Universität in Heidelberg. Dass eine solche Tat die gesamte akademische Institution ins Wanken bringe, sei nichts, was man sich vorstellen könne, und nichts, was man wolle. »Wir können deswegen nicht aufhören zu leben. Wir müssen weitermachen.«

Als Nikolai G. in den Hörsaal trat, befanden sich dort etwa 30 Studierende der Biowissenschaft, die an einem Tutorium für organische Chemie teilnahmen. Eine 23-Jährige starb an den Folgen eines Kopfschusses. Zwei weitere junge Frauen, 19 und 20 Jahre alt, sowie ein 20-jähriger Mann wurden durch Schüsse leicht verletzt. Nach der Tat tötete sich G. außerhalb des Gebäudes selbst.

Der Hintergrund der Tat ist noch unklar. Bei der Untersuchung der Chatkommunikation des Täters konnten die Ermittler bislang keine Hinweise auf ein politisches Motiv der Tat finden.

Bis zur Trauerfeier am kommenden Montag setzt die Fakultät Biowissenschaften Präsenzveranstaltungen für Studierende im ersten Semester vorerst aus, sagte der zuständige Dekan, Joachim Wittbrodt, der Nachrichtenagentur dpa. In höheren Semestern seien bei Lehrveranstaltungen Schweigeminuten und Zeiten zum Austausch geplant. Eine Prüfung am Mittwoch dieser Woche sei ausgesetzt worden, für weitere werde es Ersatztermine geben.

kha/dpa