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Kieler Bucht Weltkriegspanzer und Flakgeschütz aus Villa gewuchtet

Dieser Einsatz war alles andere als Routine: Mithilfe der Bundeswehr haben Ermittler bei einem Sammler nahe Kiel einen Weltkriegspanzer sichergestellt. Es dauerte Stunden, ehe das Gefährt aus dem Keller einer Villa gezogen war.

Ein Bundeswehrpanzer zieht einen Wehrmachtspanzer langsam durch ein nobles Viertel in Heikendorf: Die komplizierte Bergung eines Weltkriegspanzers und eines 8,8-Zentimeter-Flakgeschützes aus der Kellergarage eines Sammlers in dem Ort bei Kiel hat der Bundeswehr einiges abverlangt.

Rund neun Stunden brauchten knapp 20 Soldaten am Donnerstag allein, um den Panzer vom Typ Panther aus dem Haus zu holen und auf einen Tieflader zu schieben. Möglich war dies nur dank zweier Bergepanzer mit reichlich Zugkraft, zuvor eigens gebauter Holzrampen und schweißtreibender Millimeterarbeit bei hochsommerlichen Temperaturen. Der Panzer stand in einer unterirdischen Halle, die aus mehreren Ebenen bestehen soll.

Den laut Bundeswehr knapp 40 Tonnen schweren Panzer ohne Ketten hatten Ermittler am Mittwoch bei einer Durchsuchung in der Kellergarage des Sammlers entdeckt. "Wir haben Schwierigkeiten, ihn um die Kurve zu kriegen", sagte Bundeswehr-Sprecher Ulrich Burchardi während der Arbeiten. Erst am Abend schob ein Bergepanzer den Panther schließlich auf einen Tieflader. Damit wurde er zum Truppenübungsplatz Putlos transportiert.

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Kellerfund in Heikendorf: Weltkriegspanzer und Flakgeschütz

Foto: Carsten Rehder/ dpa

Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 78 Jahre alten Besitzer des Panzers wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. "Das Ermittlungsverfahren läuft", sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß.

Im Zuge der Ermittlungen wegen nach Jahrzehnten wieder aufgetauchter Nazikunst waren die Behörden auf die Spur des Mannes gelangt. Der Panzer stand offenbar schon seit Jahrzehnten in seinem Keller. Bei der Durchsuchung des Hauses stellten Ermittler auch einen Torpedo und weitere Waffen sicher.

Der Rechtsanwalt des Mannes bezeichnete den Einsatz als unverhältnismäßig. "Der Panzer ist demilitarisiert", sagte Anwalt Peter Gramsch. Er will nun rechtliche Schritte gegen die Beschlagnahmung einleiten und auch Schadensersatz für seinen Mandanten fordern. "Ich gehe davon aus, dass der Panzer bei der Aktion beschädigt worden ist." Gleiches gelte für den Privatweg vor der Villa. Es gebe eine Bescheinigung des Kreises Plön vom 31. Oktober 2005, wonach der Panzer seine Kriegswaffeneigenschaft verloren habe.

In der Nacht stellten die Einsatzkräfte schließlich auch noch ein 8,8-Zentimeter Flakgeschütz sicher. Laut Rechtsanwalt Gramsch war auch dieses demilitarisiert.

Der 78-Jährige sagte bereits im Mai dem SPIEGEL , er habe eine große Sammlung ("aber keine Kunst") in einem unterirdischen Bunker auf seinem Grundstück. Dort stehe der Wehrmachtspanzer ("aber kein kompletter"), den er irgendwann einmal als Schrott in England gekauft habe. Alle Waffen habe er ordnungsgemäß angemeldet.

wit/dpa
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