Totschlagsprozess gegen Rentnerin Staatsanwalt fordert 13 Jahre Haft für Pflegeoma aus Künzelsau

Die Staatsanwaltschaft hat im Totschlagsprozess gegen eine Rentnerin auf Mord plädiert und 13 Jahre Haft gefordert. Die Frau soll psychische Probleme haben.

Angeklagte Rentnerin aus Künzelsau (Archivbild)
Julian Rettig

Angeklagte Rentnerin aus Künzelsau (Archivbild)


Im Fall eines getöteten Siebenjährigen hat der Staatsanwalt 13 Jahre Haft für dessen Pflegeoma gefordert. Die Anklagebehörde sieht es als erwiesen an, dass die 70 Jahre alte Elisabeth S. das Kind aus Verlustangst getötet hat.

Die Tat sei von Selbstherrlichkeit getrieben gewesen, so der Staatsanwalt, das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe sei erfüllt. Allerdings sei bei der Rentnerin eine verminderte Schuldfähigkeit wegen einer depressiven Störung nicht auszuschließen. Deshalb habe er nicht auf eine lebenslange Freiheitsstrafe plädiert.

Der Nebenklageanwalt, der die Eltern des getöteten Jungen vertritt, bewertete die mutmaßliche Tat als heimtückisch und damit ebenfalls als Mord.

Ursprünglich war die 70-Jährige wegen Totschlags angeklagt worden. Der ehemaligen Krankenschwester wird vorgeworfen, für den Tod des ihr anvertrauten Jungen aus Künzelsau im April 2018 verantwortlich zu sein.

fek/dpa



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