Tochter der Freundin erwürgt Mann muss für zwölf Jahre ins Gefängnis

Das Landgericht Heilbronn hat einen Mann zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt - wegen Totschlags und sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Der 34-Jährige hatte Sex mit der Tochter seiner Lebensgefährtin und sie anschließend erwürgt.

Landgericht Heilbronn: Mann zu zwölf Jahren Haft verurteilt
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Landgericht Heilbronn: Mann zu zwölf Jahren Haft verurteilt


Heilbronn - Er hatte die Tat vor Gericht eingeräumt: Weil er Sex mit der 15-jährigen Tochter seiner Lebensgefährtin hatte und sie danach erwürgte, muss ein Mann für zwölf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Heilbronn verurteilte den 34-Jährigen wegen Totschlags und sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Nach dem einvernehmlichem Geschlechtsverkehr in der gemeinsamen Wohnung in Steinheim an der Murr habe der Beschuldigte das Mädchen im Dezember 2012 "mit großer Gewalt" erwürgt, sagte Richter Norbert Winkelmann.

Mit der langen Haftstrafe wolle das Gericht ein deutliches Zeichen setzen, sagte Winkelmann. Die Strafkammer blieb mit dem Schuldspruch ein Jahr unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte neun Jahre Gefängnis gefordert. Das Motiv für die Tat bleibt unklar. Ebenso, was sich genau vor dem Tod des Teenagers abspielte.

Der Angeklagte habe bei der Jugendlichen die Vaterrolle übernommen, sagte der Richter. Die Mutter habe ihm ihre Tochter zur Erziehung und zu Betreuung anvertraut. Schon im vergangenen Sommer sei im Umfeld der Patchwork-Familie aufgefallen, dass es sich nicht um eine "normale Vater-Tochter-Beziehung" gehandelt habe. Nachbarn hielten das Mädchen und den Angeklagten Zeugenaussagen zufolge für ein Paar.

Vor der Tat habe sich der 34-Jährige im Internet noch eine Doktorarbeit über Töten durch Erwürgen angesehen, hieß es vor Gericht. Der Mann war nach der Tat alkoholisiert und mit einer stark blutenden, aber nicht lebensbedrohlichen Schnittverletzung bei Nachbarn aufgetaucht. Diese brachten ihn in ein Krankenhaus. Offenbar hatte er versucht, sich selbst zu töten.

wit/dpa



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